5 Strategien für selbstbewusste Preise. Mit Andrea Stoica gegen den Gender Pay Gap (Teil 2)
112_Interview Andrea STOICA Teil 2.mp3
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Speaker 1
00:18 - 00:35
Hallo liebe Hörerinnen, lieber Hörer, willkommen zu dieser wöchentlichen Podcast-Folge von Leiband gründen. An meiner Seite ist wie immer der Gründungsberater Deluxe, der liebe Günther Schwarzberger. Hallo, hallo liebe Hörerinnen, liebe Hörer und hallo lieber Camillo. Wie geht's?
Speaker 1
00:35 - 01:14
Danke, mir geht's gut und mir geht's sehr gut, weil wir haben ja heute wieder eine Gästin bei uns, einen Gast bei uns. Die Andrea ist ja schon einmal bei uns im Podcast gewesen, wo wir über das Thema Gender P-Gap gesprochen haben. Und ja, da sind wir draufgekommen, da gibt es sehr viel zu dem Thema zu sagen und für unsere Gründer, Gründerinnen oder auch Personen in der Selbstständigkeit mitzugeben. Andrea, möchtest du vielleicht für die Hörerinnen, die dich noch nicht kennen, eins oder zwei Sätze sagen, wer bist du, dass wir dich einordnen können oder die Folge einordnen können?
Speaker 1
01:14 - 01:22
Ja, sehr gerne. Danke euch beiden heute, dass ich nochmal dabei sein darf. Ich freue mich auf die Folge. So ein wichtiges Thema, der Gender Pay Gap bzw.
Speaker 1
01:22 - 01:49
die Einkommensdifferenz. Ja, ich bin Andrea Stolker. Ich war mehr als 20 Jahre in internationalen Konzernen in Führungspositionen unterwegs, im HR, im Human Resource Management, und habe mich dann vor jetzt circa sechs Jahren selbstständig gemacht. Ich bin also auch diesen Prozess durchgegangen, des Leihwandgründens, und an meiner Seite war da Günther und hat mich dazu beraten und durchbegleitet, worüber ich sehr dankbar bin.
Speaker 1
01:49 - 02:08
Und habe mich jetzt fokussiert in meiner Selbstständigkeit auf ein bisschen Interimsmanagement im HR-Bereich, Einführungspositionen, aber hauptsächlich fokussiere ich mich auf Frauenmentoring für Positionierung und Finanzen, Vermögensaufbau. Und da passt das Thema natürlich perfekt rein. Deswegen ist das eins meiner Steckenpferde. Super.
Speaker 1
02:08 - 03:00
Wir haben ja das letzte Mal ganz grob über JNRPG allgemein gesprochen, was das von der Begrifflichkeit ist, was dahinter steckt. Wir haben auch so ein bisschen dieses Big Picture gezeichnet, was das mit der Selbstständigkeit zu tun hat und was auch so diese Muster sind, die man da vielleicht bewusst oder auch, weil sie unsichtbar sind, vielleicht nicht so bewusst erkennen könnte. Heute ist vielleicht ganz geschickt, wenn wir da ein bisschen konkreter hinschauen, vielleicht Stichwort Strategien. Hast du Strategien im Kopf, die du in den Gesprächen mit deinen Kunden und Kundinnen oder am Start in deine Selbstständigkeit vor allem für dich ausgemacht hast, die helfen können, dieses Thema Gender Pay Cap in der Selbstständigkeit ein Stück weit zu überwinden?
Speaker 1
03:02 - 03:15
Ja, absolut. Ich habe für euch heute extra fünf Strategien ausgearbeitet aus meinen Programmen. Super. Ich gerne mit euren Hörerinnen teile und mit euch natürlich.
Speaker 1
03:15 - 03:25
Ja, also soll ich gleich loslegen? Bitte. Okay, danke. Also, wir haben letztes Mal über Gender Paygate grundsätzlich, wie du gesagt hast, Camillo, und den Background gesprochen.
Speaker 1
03:25 - 03:47
Und jetzt da, hoffentlich wagen sich auch die Hörer und Hörerinnen, ja, okay, habe ich jetzt verstanden, ich bin sensibilisiert, aber was kann ich jetzt tun? Ja, wie komme ich da jetzt davon weg? Also, wenn wir den ersten Schritt geschafft haben, das Bewusstsein zu schaffen, die Reflexion herzubekommen, dann kommen wir jetzt ins Doing, okay, ganz konkret. Und ich habe das auch so zusammengeschmiert für euch, damit auch die Hörer und Hörerinnen wirklich was mitnehmen können aus dieser Folge.
Speaker 1
03:47 - 04:07
Also, das Erste ist, Ganz der wichtigste Punkt, damit fange ich an, die Strategie der Preissetzung. Also wie setze ich meine Preise fest? Frauen machen das häufig nach Gefühl, nach Marktvergleich und dann eher zu weit unten. Ich bin ja noch neu am Markt, ich kann ja noch nicht oder ich habe zum Beispiel noch nicht so viele Referenzen oder Testimonials.
Speaker 1
04:07 - 04:22
Das ist auch so ein Trugschluss gerne, der dann damit in Verbindung gebracht wird, ich stehe ja noch am Anfang. Jeder von uns hat eine Geschichte. Jeder von uns hat Erfahrungen. Und es ist ja nur wichtig, das nach vorne zu bringen und sich das alles einzuholen und sich bewusst zu machen.
Speaker 1
04:22 - 04:43
Es geht nicht darum, dass man nichts kann, weil sonst würde man sich nicht selbstständig machen wollen oder nicht verlangen darf. Und natürlich auch die große Angst, die Frauen noch viel häufiger begleitet als Männer, Kunden oder Kundinnen zu verlieren. Das heißt, ich verkaufe jetzt was und ich glaube es mir selber nicht so ganz. Warum sollte ich überhaupt einen Kunden finden?
Speaker 1
04:43 - 05:11
Und dann kann ich ja nicht so viel dafür verlangen. Also der Preis an und für sich sollte sich, wie bei Männern häufig, nach der Positionierung richten, nach der Marktlogik. und nach dem Wert der Versprechen. Und das ist der erste Punkt, dass ich wirklich als Paket gerne mitgeben möchte, dass man dahergeht in der Selbstständigkeit oder am Anfang der Selbstständigkeit und sagt, okay, wo stehe ich hinsichtlich der Positionierung, hinsichtlich der Marktlogik, was gibt es schon am Markt und wo bin ich da und was
Speaker 1
05:11 - 05:49
bringe ich mit und dann was verspreche ich durch mein Produkt, durch meine Dienstleistung. Ja und bevor wir da weitergehen zum zweiten Punkt, Andrea, würde ich da noch gerne einhaken, warum das so wichtig ist aus meiner Erfahrung als Gründungsberater. Den Preisanker, den man am Anfang setzt, den kann man nicht so leicht verschieben dann. Also die Strategie zu sagen, am Anfang verlange ich weniger, weil ich bin noch neu, ich brauche Kunden und so weiter, das klingt zwar kurzfristig gut, aber wenn ich einmal der Billige bin, und auch entsprechende Kunden haben, die die billigsten suchen, dann kann ich nicht so leicht sagen, ja,
Speaker 1
05:49 - 06:18
aber später erhöhe ich dann die Preise massiv, sondern ich muss mir von Anfang an überlegen, also das unterstreiche ich das, was du gesagt hast, Andrea, wo positioniere ich mich und der Preis muss dann dazu passen, weil ich tue mir nicht so leicht, dann in zwei Jahren große Preissprünge zu machen, abgesehen davon, dass die Menschen, die am Anfang billig sind, sich sowieso mit Preiserhöhungen schwer tun. ist massive Preiserhöhungen dann noch schwieriger, weil einfach die Zielgruppe nicht mehr zusammenpasst. Ja, absolut richtig.
Speaker 1
06:18 - 06:53
Und wenn man darüber nachdenkt zu sagen, okay, meine Preise, ich setze die eher weiter unten an, dann muss man über das Volumen gehen. Man muss sich auch immer wieder bewusst machen, wie will ich verkaufen, was habe ich für ein Produkt und wie will ich auf dem Markt anbreden praktisch, mit was genau, in welcher Qualität und Quantität. Das andere ist, es gibt ja hochpreisige Produkte oder Dienstleistungen, die Leute, die aber auch niedrigpreisigere Produkte im Portfolio haben. Sowas gibt es ja, aber das muss dann mit Bedacht ausgesucht sein und zielgruppenspezifisch aufbereitet werden.
Speaker 1
06:53 - 07:19
Also man kann das machen, aber wie du sagst, den Preis erhöhen, das ist der schwierigere Weg. Es ist besser, sich im Vorfeld klarzumachen, welche Produkte möchte ich verkaufen und in welcher Preisspanne. Was hast du denn sonst noch für Strategien und Tools, weil du hast mich jetzt neugierig gemacht? Ja, kommen wir zur zweiten Strategie und zwar ist das ganz einfach die 24-Stunden-Regel.
Speaker 1
07:19 - 07:53
Und zwar ist es so, oft kennt ihr vielleicht auch, weiß ich nicht, aber vielleicht eure Hörer und Hörerinnen, dass man halt mit einem Kunden im Gespräch ist und der sagt, kannst du das noch ein bisschen günstiger machen? ist mir ein bisschen zu teuer. Und dann neigen Frauen dazu, eine Lösung finden zu wollen, hilfsbereit zu sein, freundlich zu sein und zu sagen, ja okay, ich mach irgendwas. Noch bevor sie sich das überlegt haben, noch bevor sie gesagt haben, was sie machen, zu sagen, ja okay, wir finden eine Lösung.
Speaker 1
07:53 - 08:14
ist durch meinen Erfahrungswert die 24-Stunden-Regel genau richtig, wo man sagt, okay, Moment einmal, habe ich verstanden, nehme ich zur Kenntnis, aber ich schlafe eine Nacht drüber. Ich komme wieder auf dich zu und dann habe ich nämlich auch die Möglichkeit, wirklich nachzudenken darüber und auch darüber zu reflektieren. Will ich das Produkt wirklich günstiger machen oder nicht? Will ich diesen Kunden überhaupt?
Speaker 1
08:14 - 08:38
Und ist das schon mal ein guter Startpunkt, mit so einem Kunden anzufangen? Egal, was man verkauft. Also dazu fällt mir ein, Camilla, wir haben ja auch eine Folge gemacht mit der Sonja Zuckerstädter über People-Pleasing in der Selbstständigkeit und das war auch ein Tipp von ihr, eben sich diese Zeit zu geben und nicht sofort dem Impuls nachzugeben, eine Lösung zu finden, damit man es dem anderen recht macht, sondern wirklich sich die Zeit zu nehmen.
Speaker 1
08:38 - 08:55
24 Stunden ist ja eh nicht lang. Der Kunde kann in der Regel warten, diese eine Nacht, wo man drüber schlafen möchte. Einfach und wieder einmal drüber schlafen und dann treffe ich eine Entscheidung. Genau.
Speaker 1
08:55 - 09:01
Ja, absolut. Super. Ja, der nächste Punkt passt da ganz gut dazu. Die nächste Strategie und zwar ist das die Anti-Rabatt-Formel.
Speaker 1
09:01 - 09:22
Ja, das heißt also, wenn man in der Preisverhandlung sitzt, dass man sagt, okay, ja, das ist mir zu teuer oder was weiß ich. Also diese Einwände einfach genauso. Das eine ist, sich die Zeit rauszunehmen, zu sagen, okay, Moment mal, muss ich mir nochmal anschauen. Und das zweite ist aber dann gleich drangekoppelt, eben zu sagen, nein, Ich verkaufe keine Rabatte.
Speaker 1
09:22 - 09:49
Auch wenn es es du bist, kriegst du es nicht 10% billiger oder 50%, sondern zu sagen, ich kann vielleicht am Scope was ändern. Wenn dir das Programm, mein Produkt zu teuer ist, ich kann dir vielleicht davon nur einen bestimmten Teil anbieten und den aber zu dem Preis, den es ausmacht. Weil dadurch macht man sich am Markt sonst auch kaputt. Das ist angekoppelt an diese 24-Stunden-Regel und gleichzeitig Anti-Rabatt.
Speaker 1
09:49 - 10:21
Also auch da möchte ich das nochmal unterstreichen, wie wichtig das ist, auch aus meiner Erfahrung, weil solche generellen Entscheidungen zu sagen, ich gebe keine Rabatte, nie, für keinen Kunden, für keinen Freund, generell, das mache ich nicht, oder bei mir gibt es immer Vorauskasse, oder bei mir gibt es keine Spezialanfertigung, nie, für niemanden, dass man sich das in einer ruhigen Minute, in einer ruhigen Stunde zusammenschreibt. Und ich empfehle das wirklich, in einer Liste zusammenschreiben. Dinge, die ich nie mache.
Speaker 1
10:21 - 10:35
Erstens, zweitens, drittens, viertens, fünftens. Rabatte geben. Und diesen Vertrag auch mit sich selber zu unterschreiben, auch wenn das ein bisschen eigenartig klingt, dass man mit sich selber einen Vertrag schließt. Aber dass man einfach sagt, das ist meine Vereinbarung, das ist meine Policy sozusagen.
Speaker 1
10:35 - 10:53
Und lieber Kunde, ich mache das, nimm es nicht persönlich, ich mache das mit niemanden. Ja, also ich bin jetzt nicht böse zu dir, sondern ich mache das einfach nicht. Ich gebe, so wie dir Andrea gesagt hat, einfach keine Rabatte. Wir finden andere Lösungen, aber Rabatte gibt es für mich nicht.
Speaker 1
10:53 - 11:10
Aus der Erfahrung. Das man auch nicht weich wird in der Situation. Entschuldige Günther, wir sind leicht versetzt, sorry. Ich wollte mir nur sagen, Diese Rabatte, wenn man einmal damit beginnt, man kommt ja auch hier nicht wieder heraus.
Speaker 1
11:10 - 11:44
Also es gibt ja gewisse Branchen wie zum Beispiel Autokaufen oder Autoverkaufen, wo ja schon vorausgesetzt wird, dass man verhandelt, dass es dort eine Art Rabatt gibt. Und wenn man sich sozusagen einmal in dieses Nest hineinsetzt, wird es sehr schwer, da wieder herauszukommen oder die Kunden, die man hat, auch entsprechend umzuerziehen, dass die sagen, okay, das ist der Preis, das ist der Wert, den du dafür bekommst und das ist jetzt so. Absolut richtig, ja. Nein, genau so ist es.
Speaker 1
11:44 - 11:56
Und Günther, das ist nett von dir, weil du hast mir die nächste Strategie dann auch praktisch gleich schon umformuliert. Das wäre super. Das ist schön, dass das so logisch aufeinander aufbaut. So muss man es sehen.
Speaker 1
11:56 - 12:14
Und zwar ist es tatsächlich dieses Commitment zu sich selber. Dieser Unternehmensdata oder das Unternehmensmanifesto oder sonst was, wo man wirklich sagt, okay, meine Guidelines sind folgende. Und da gehört eben dieses Anti-Rabatt und 24 Stunden und Preissetzung einfach mit rein. Und eben noch zwei andere Dinge.
Speaker 1
12:16 - 12:27
Welche denn? Welche zwei anderen Dinge? Genau. Die zwei nächsten Dinge, die da noch fehlen, sind tatsächlich, dass man die Wirkung verkauft und nicht die Stunden.
Speaker 1
12:27 - 12:36
Ich dachte, in die Charter, weil mir wären nämlich noch zwei Dinge eingefallen, die ich auch reinschreiben würde. Ach so, in die Charter selber. Manifesto, ja. Wenn wir da brainstormen.
Speaker 1
12:36 - 12:48
Ich empfehle nämlich auch, da reinzuschreiben, wann ich arbeite und wann nicht. Ja, ja, genau. Also zu sagen, ich arbeite nie am Wochenende. Auch nicht für dich, lieber Kunde.
Speaker 1
12:48 - 13:02
Und das ist wahnsinnig dringend, das verstehe ich schon. Aber ich mache das prinzipiell nicht für niemanden und auch leider für dich nicht. Oder wo ich kommunizieren möchte. Genau, ich habe kein Telefon.
Speaker 1
13:03 - 13:28
Mit mir kann man nur über E-Mail oder WhatsApp telefonieren, aber ich werde nie abheben, wenn du mich anrufst. Also auch das sind so grundsätzliche Entscheidungen, die da, glaube ich, gut reinpassen würden, wenn man schon mal dabei ist, solche Dinge festzulegen, zu sagen, das mache ich einfach nicht. Weil, das muss man leider auch sagen, Kunden sind schon ein bisschen übergriffig und frech. Und wenn man da nicht aufpasst, dann sagt man zu Dingen, die einem gar nicht guttun.
Speaker 1
13:29 - 13:41
Absolut richtig, ja. Das stimmt. Ja, ja, das waren ja nur zwei Punkte, aber du hast recht, in so eine Unternehmensfundamentgeschichte gehört mehr. Ja, dann zum nächsten Punkt, wie gesagt, diese Wirkung.
Speaker 1
13:41 - 13:58
Wirkung und nicht Stunden. Es ist ganz, ganz wichtig, dass man wegkommt davon, ich verlange in der Stunde x Euro oder x Geld. Es geht darum, dass man Ergebnisse kauft. Diese Bewegung gibt es im Markt schon seit vielen Jahren, auch in anderen Branchen und Das ist in der Selbstständigkeit auch sehr, sehr wichtig geworden.
Speaker 1
13:59 - 14:17
Und da ist es egal, ob man im Software-Bereich arbeitet, im Coaching-Bereich, im Beratungsbereich. Das ist total egal. Wenn ein Kunde kommt, dann muss ich imstande sein zu sagen, wenn du das mit mir machst, wenn du es bei mir kaufst, dann ist das das Ergebnis, was ich dir verkaufe und garantiere letztendlich. Aber nicht, ich brauche dafür fünf Stunden oder zehn Stunden.
Speaker 1
14:17 - 14:30
Jeder Mensch ist individuell anders. Jeder Mensch braucht was anderes. Es entwickeln sich Dinge, hier doch noch was zusätzliches, hier doch noch irgendwie anders und so weiter. Und das nach Stunden, das bedeutet immer Hamsterrad zu verkaufen.
Speaker 1
14:30 - 14:53
Es ist immer viel besser, die Wirkung des Ergebnisses zu verkaufen. Das heißt, Pakete schnüren ist immer besser. Also kann ich auch wieder unterstreichen gleichzeitig, der Camillo weiß es auch, in der Beratungsbranche hat sich so ein Stundenabbrechnungsmodell einfach sehr häufig etabliert. Das ist gelernt und deswegen wird es auch häufig so übernommen.
Speaker 1
14:53 - 15:13
Das heißt nicht, dass es gut ist, sondern im Gegenteil. Ich unterstütze das auch, was du gesagt hast, Andrea. Gleichzeitig merke ich sehr häufig, wie schwierig es ist, nach dem Motto, ich arbeite ja fünf Stunden, deswegen will ich auch fünf Stunden bezahlt bekommen, hin zu sich zu entwickeln, zu sagen, ja, es ist egal, wie lange ich arbeite. Für den Kunden zähle ich das Ergebnis und dieses Ergebnis hat einen Preis.
Speaker 1
15:13 - 15:29
Das ist nicht so leicht in die Köpfe zu kriegen, vor allem dann nicht, wenn man lang angestellt war. Da ist man ja auch bezahlt worden für die 40, 38, 35 Stunden, die man gearbeitet hat und nicht für den Output. Es hat ja niemand honoriert, wenn ich schneller war. Im Gegenteil.
Speaker 1
15:29 - 15:44
Dann habe ich noch mehr Arbeit bekommen. Und das jetzt in der Selbstständigkeit umzudrehen, das merke ich, ist gar nicht so leicht. Das braucht ein bisschen Flexibilität im Kopf. Absolut richtig und ich kann das absolut unterschreiben, war bei mir genauso.
Speaker 1
15:44 - 16:08
Ich bin zwar schon dann irgendwann einmal je nach Position für das Ergebnis bezahlt worden, aber de facto in der Selbstständigkeit bleibt dann nichts anderes übrig, als das umzudrehen. Das heißt, das sollte mit ein Motivator sein, wenn ich rausgehe aus einem Angestelltenverhältnis, zum Beispiel für die Hörer und Hörerinnen, die jetzt über Leihwandgründen nachdenken, dass das mit einfließt in die Entscheidung. Warum mache ich mich selbstständig? Weil ich definitiv ein ganz anderes Modell fahren muss.
Speaker 1
16:10 - 16:29
Ja, und zuletzt ist es tatsächlich die, ich nenne es Money Boundaries, ja, und das hat auf mich auch sehr gut getroffen, womit ich nach wie vor immer mal wieder zu tun habe, gebe ich zu. Ich mache nichts mehr umsonst. Andrea, kannst du mir mal schnell helfen? Andrea, kannst du da mal kurz drüber schauen?
Speaker 1
16:29 - 16:53
Andrea, du kennst dich doch da aus. Das kennen doch bestimmt auch viele und das ist in der Selbstständigkeit, kann das sehr, sehr gefährlich werden. Ich erinnere mich noch, Andrea, an unsere ersten Gespräche in deiner Gründung. Da war das immer ein Thema, weil du einfach nicht nur sehr, sehr gescheit bist, sondern auch sehr, sehr hilfsbereit immer warst und auch sehr vielfältig talentiert.
Speaker 1
16:54 - 17:15
Das heißt, ich kann mich ganz genau erinnern, dass du Freundinnen gehabt hast, die gesagt haben, Andrea, du kennst dich doch aus in der Personalbranche. Kannst du denn meinen Lebenslauf schnell lesen und kannst du mir da nicht Tipps geben? Kannst du mich nicht auch ein bisschen coachen für das Bewerbungsgespräch? Schön, weil man freut sich ja, dass man gefragt wird und man freut sich, dass die Kompetenz anerkannt wird, auch im Freundeskreis.
Speaker 1
17:15 - 17:30
Aber was ist denn das Problem, Andrea? Warum kann ich nicht einfach sagen, naja, mach ich schnell? Ganz einfach, wie du vorhin gesagt hast, in einem Angestelltenverhältnis wird man schon auch für die Anwesenheit und die Zeit bezahlt. In der Selbstständigkeit wird man nur für seine Dienstleistungen und Produkte bezahlt.
Speaker 1
17:30 - 18:01
Und wenn ich anfange, umsonst zu arbeiten, meine Zeit zu investieren, dann fehlt mir diese Zeit für meine Selbstständigkeit, für meinen Verkauf. Das heißt, ich werde das finanziell relativ zügig spüren, wenn ich zwei Stunden über dem Lebenslauf sitze, weil ich es gut machen will, weil ich den überarbeite, dann sind es zwei Stunden, in denen ich nicht mein eigenes Business nach vorne bringen kann. Also in anderen Worten braucht es ein anderes Verständnis zum Thema Geld. Ja, genau.
Speaker 1
18:03 - 18:36
Andrea, wir könnten wahrscheinlich noch viele Sachen sagen, weil es ein sehr spannendes Thema ist. Aber wenn jetzt unsere Hörerinnen und Hörer so zuhören, was wäre denn so, wenn du nur einen Tipp hättest, also wenn du nur einen Tipp weitergeben möchtest, sei es ein Tool, sei es tatsächlich ein Tipp oder wie auch immer eine Sache, wo du sagst, Du bist jetzt in deiner Startphase, du gründest vielleicht in Kürze. Was wäre etwas, was du mitgeben möchtest?
Speaker 1
18:36 - 19:03
Also da gibt es auch aus dem Coaching-Bereich zwar, aber das finde ich nach wie vor ein sehr gutes Tool, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst werden. Das heißt, wirklich ein Blatt Papier zu nehmen, haptisch, händisch aufzuschreiben, reflektieren, über sich selber nachdenken, sich die Zeit gönnen und sich das mal vor Augen zu führen. Und nicht JGPT zu fragen oder sonst was, sondern wirklich die Zeit mit sich selber zu verbringen. Man kann heute viel Knowledge über JGPT bekommen, aber was man nicht machen kann, ist die persönliche Komponente.
Speaker 1
19:03 - 19:31
Und das eben, wenn ich feststelle, okay, in dem und dem Bereich fehlt es mir noch. Es gibt nichts Besseres als jemand, der einen durch diese Phase begleitet. Ob das ihr seid als Unternehmensberater, ob ich das bin als Mentor. Das ist der einzige Tipp, wo ich sagen würde, an dem sollte man nicht vorbeigehen, weil das erleichtert einem sehr viel.
Speaker 1
19:31 - 19:48
Ja, vielen Dank, liebe Andrea. Wenn man mit dir in Kontakt treten möchte, wie kann man das denn am besten tun? Also ich höre auf meinem LinkedIn-Profil gerne eine Nachricht unter Andrea Stoicka oder auf Instagram bin ich unter thegoodchange oder über meine Homepage thegoodchange.com. Super.
Speaker 1
19:48 - 20:10
werden wir auf jeden Fall in den Show Notes verlinken. Ich habe gesehen, dass du dort auch auf deiner Webseite eine Grafik geteilt hast, wo du sozusagen über Ikigai ein bisschen die Felder gegenübergestellt hast. Ich glaube, allein deswegen könnte es für unsere Hörer und Hörerinnen spannend sein, sich mal mit dir in Ruhe zu unterhalten, was da dahinter steckt. Sehr, sehr gerne.
Speaker 1
20:10 - 20:35
Das ist auch ein Aspekt, den ich mit reinbringe in das Ganze, die Energie, der Energieanteil da dran. Sehr schön. Und ich hoffe, dass unsere Hörerinnen und Hörer gute Energie mitgenommen haben, Veränderungsenergie aus dieser Folge. Vielen Dank, lieber Andrea, dass du heute zum zweiten Mal da warst bei dieser Folge von Leib und Gründen, wo wir über Strategien raus aus dem Gender Pay Gap gesprochen haben.
Speaker 1
20:35 - 20:51
Danke dir, lieber Camillo, fürs Hosten, Co-Hosten. Ich würde sagen, wir sehen uns wieder nächste Woche und hoffen, dass ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, wieder dabei seid, bei einer neuen Folge von Leihwand gründen. Bis dahin, macht es euch gut und bleibt leihwand.
