Wenn ich gründe, kann ich endlich richtig Geld verdienen (Gründungs-Halbwahrheiten #6)

Wenn ich gründe dann kann ich endlich so richtig Geld verdienen.mp3
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Speaker 1
00:18 - 00:41
Hallo liebe Gründer, liebe Gründerinnen, liebe Hörer, liebe Hörerinnen. Willkommen zu dieser wöchentlichen Podcast-Folge Leib und Gründen mit dem Gründungsberater Deluxe, lieber Günther Schmatzberger. Hallo, lieber Camillo, Camillo Patzl. Wir sind jede Woche für euch da mit allen Fragen, Themen, Problemen rund ums Gründen, Selbstständigmachen.

Speaker 1
00:41 - 01:11
Speziell für Solopreneure, die liegen uns besonders am Herzen, so wie wir beide auch waren und sind. Und heute im Zuge unserer Sommergespräche, die wir hier durchführen im Sommer 2026, wo wir uns diese Halbwahrheiten vorknöpfen, hat Camillo eine Halbwahrheit mitgebracht, die wir uns heute anschauen wollen und die wäre... Wenn ich gründe, dann kann ich so richtig Geld verdienen. Endlich so richtig.

Speaker 1
01:11 - 01:26
Endlich. Und so wie es ist bei den Halbwahrheiten, Camillo... Da fliegt mir gleich der Zettel weg von dem Wind und den Nebengeräuschen. Genau, weil du dich nicht mehr aufhältst mit diesem Banalität, denn jetzt geht's ans Kohlemachen.

Speaker 1
01:26 - 01:42
Wir reden ja von Halbwahrheiten und Halbwahrheiten bedeutet ja auch, dass sie halb wahr sind. Ja, genau. Also ja, du kannst anderes Geld verdienen, wenn du selbstständig bist. Ja, und mitunter sogar tatsächlich besser.

Speaker 1
01:42 - 02:04
Und mitunter auch tatsächlich weniger. Ja, genau. Also ich würde sagen, was auf alle Fälle stimmt, ist das Potenzial, dass du in der Selbstständigkeit mehr verdienen kannst als in der Anstellung, weil, das bringt die Logik der Anstellung mit sich, dass ich in der Anstellung ein fixes Gehalt habe. und diese Anstellung rein rechnerisch für das Unternehmen einen Mehrwert schaffen muss.

Speaker 1
02:04 - 02:34
Das heißt, das Unternehmen, damit sich das auszahlt, dich anzustellen, musst du ja eigentlich mehr bringen, als du kostest, weil sonst würde sich das ja nicht auszahlen. Das sagt die mathematische Logik ja schon. Das heißt, wenn ich, keine Ahnung, Handwerk ist das Beispiel, wenn ich kein Installateurgeselle bin und ich für meinen Chef arbeite, dann verrechne ich der Chef dem Kunden ja mehr als die Handwerksgeselle dem Chef kostet, weil sonst würde ich es ja für den Chef nicht auszahlen. Das ist ja eh klar.

Speaker 1
02:34 - 02:46
Und natürlich ist jetzt die Herangehensweise von vielen, die sich selbst schwierig machen, zu sagen, na gut, aber was soll das? Ich arbeite da, der Chef kassiert. Drehen wir das doch um. Wenn ich schon arbeite, dann will ich auch das kassieren.

Speaker 1
02:46 - 02:56
Und zwar das, was der Chef verlangt. Oder vielleicht sogar ein bisschen weniger. Bin ich ein bisschen billiger als der Chef, aber rechne ich direkt mit dem Kunden ab. Hat er was davon, er zahlt mir so viel, ich kriege mehr.

Speaker 1
02:56 - 03:21
Eine Win-Win-Situation. Und das stimmt grundsätzlich auch von der Überlegung her. Genau. Und wenn ich es geschickt anstelle und sozusagen es schaffe, nicht mehr diese Zeit gegen Geld sozusagen zu verkaufen, jetzt beim Handwerker ist das natürlich wahrscheinlich etwas schwierig, aber mit einem kreativen Ansatz schafft man vielleicht noch ein paar Nebenprodukte hinzustellen, wo es ihn nicht eins zu eins vielleicht braucht.

Speaker 1
03:22 - 03:47
Dann gibt es natürlich auch Wachstumsskalierungspotenziale, die da mit reinschwingen, wo man durchaus wesentlich mehr verdienen kann als in einem Dienstverhältnis. Das stimmt. Also das heißt, die Möglichkeit gibt es, dass ich mehr als in der Anstellung verdiene. Aber, das muss man auch in aller Fairness sagen, sicher ist das nicht.

Speaker 1
03:47 - 04:27
Und es gibt ja regelmäßig Studien über Gründungen und GründerInnen, wo das genau monitort wird. Und in diesen Studien kommt regelmäßig heraus, dass der Großteil, und zwar der große Großteil, von allen Gründern tatsächlich weniger verdienen als in der Anstellung, wo sie rausgekommen sind. Das heißt, rein finanziell ist es für die allermeisten Gründer kein großer Sprung aus der Anstellung hinaus in die Selbstständigkeit. Das betrifft jetzt vielleicht nicht in erster Linie den Installateur, der innerhalb derselben Branche gründet, aber, keine Ahnung, ich war Installateur und möchte jetzt Grafikdesigner.

Speaker 1
04:27 - 04:42
Richtig. Oder ich war in einem großen Konzern in einem Personalwesen und bin jetzt Yoga-Trainerin. Das heißt, ich wechsle in eine Branche hinein. Oder ich war in einer Marketingagentur unterwegs und möchte jetzt Kochkurse anbieten.

Speaker 1
04:43 - 05:13
Oder ich war in einer Marketingagentur und mache mich als Grafiker, Grafikerin, selbstständig. Das heißt, auch in einer Branche, wo es einfach sehr viel Konkurrenz gibt, in einer Branche, wo es einfach das Preisniveau nicht so hoch ist, in einer Branche, wo ich eine Zielgruppe habe, die vielleicht nicht so kaufkräftig ist, dann kann so etwas passieren, dass rein finanziell gesehen, das jetzt nicht der große Sprung ist. Gleichzeitig aber muss ich sagen, viele Gründer und Gründerinnen nehmen das aber auch in Kauf, weil natürlich der Vorteil der Selbstständigkeit nicht nur das Einkommen ist.

Speaker 1
05:14 - 05:47
Ich habe vielleicht in der HR-Abteilung das Doppelte verdient, aber den Stress, den ich gehabt habe, dass ich mich in der Früh schon gefürchtet habe, hinzugehen, dass ich am Wochenende nicht schlafen konnte, weil ich Angst hatte vor Montag. Das ist es mir zehnmal wert, dass ich jetzt mit meinen Yoga-Stunden etwas habe, was mir Spaß macht und ich verdiene nicht zu viel. Aber insgesamt, jetzt auf das Leben gesehen, auf die Lebensqualität gesehen, ist es eine Verbesserung. Weil man im Idealfall davon sprechen kann, dass dein Geschäftsmodell auch zu deinem Lebensmodell besser passt als das Dienstverhältnis in dem Fall.

Speaker 1
05:47 - 06:13
Und dann hast du ja allein dadurch schon einen gewissen Mehrwert für dich herausgezogen, wenn es jetzt nicht unbedingt monetär und in Geld ausgetauscht ist. Und was noch dazu kommt, ist, dass häufig mit der Selbstständigkeit sich auch bestimmte Kosten reduzieren. Also keine Ahnung, wenn ich jetzt nicht mehr in der Agentur bin als Grafiker, sondern zu Hause arbeite, dann kann das vielleicht bedeuten, dass ich weniger pendeln muss. Das heißt, ich spare mir vielleicht Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel oder für das Auto.

Speaker 1
06:13 - 07:07
Es kann bedeuten, dass ich nicht jeden Tag mit essen gehen muss mit den Kollegen, sondern ich kann vielleicht zu Hause essen. Das heißt, es kann sein, dass so ein Einkommen sinkt, aber es kann durchaus auch eine Reduktion bei den privaten Ausgaben geben, weil bestimmte Dinge einfach nicht mehr notwendig Wenn ich weniger Stress habe, brauche ich vielleicht weniger Massagen. Ich muss weniger zum Arzt gehen. Ich brauche vielleicht nicht mehr so lange in Urlaub, weil ich eigentlich mit meiner Selbstständigkeit eh nicht mehr so intensiv arbeiten muss.

Speaker 1
07:07 - 07:12
Das kann alles vergleichbar sein. Das kann sich unter einem Strich anders auswirken. Genau. Das ist, glaube ich, was du da sagen möchtest.

Speaker 1
07:12 - 07:34
Und das ist eine spannende Perspektive, auf die viele vielleicht gar nicht so hinschauen. Ja. Und was jetzt das Monetäre betrifft, ist halt, Wir hatten eine andere Folge, die quasi geheißen hat, ich gründe, weil ich aus meinem Job raus will. Und jetzt reden wir über das Thema richtig Geld verdienen.

Speaker 1
07:34 - 08:18
Ich glaube, was dazwischen halt fehlt ist, gönne ich mir auch die Zeit, die es braucht, um sozusagen mit dieses Level zu arbeiten. Also, wenn ich jetzt ganz krass gesprochen es überhaupt nicht mehr aushalte in meinem Job, das Handtuch werfe und der Meinung bin, ich gehe in die Selbstständigkeit, dann kann es mir passieren, dass ich vielleicht bei einem sehr niedrigen Kontostand beginne. Hingegen, wenn ich das vielleicht plane, mir überlege, mir vielleicht entsprechende Reserven aufbaue, mir Zeit gebe, bis ich das entwickeln kann, dann habe ich es vielleicht nicht in den ersten Monaten, nicht in dem ersten Geschäftsjahr geschafft. dass ich da sozusagen mein bisheriges Einkommen erreiche oder vielleicht sogar überschreite.

Speaker 1
08:18 - 08:31
Aber im zweiten oder im dritten Geschäftsjahr gilt das vielleicht dann eher, weil ich mir einen entsprechenden Plan, eine Strategie zurechtgelegt habe, wie ich das erreichen möchte. Genau. Und ich glaube, was man auch dazu sagen muss, damit man das Bild rund macht... Man kann.

Speaker 1
08:31 - 08:56
Ich möchte. Nicht nur möchte, sondern auch fähig bin dazu. Den Aspekt, den ich noch einbringen möchte, ist, gerade wenn man angestellt ist und ein bisschen frustriert ist, weil man nicht so viel verdient und dann das Gefühl hat, der Chef steckt das ganze Geld ein, man übersieht manchmal, was der Chef eigentlich tut. Weil es ist natürlich ein Unterschied, wenn ich sage, okay, ich fahre da zur Baustelle und arbeite dort, beim Installateurbeispiel, dann brauche ich ja nur hinfahren.

Speaker 1
08:56 - 09:25
Also der Chef hat sich ja darum gekümmert, dass es diese Baustelle überhaupt gibt. dass diese Arbeit überhaupt da ist. Es ist ganz leicht für mich, einfach hinzufahren, auf die vereinbarte Baustelle dort zu arbeiten, aber die eigentliche Leistung des Chefs ist ja, diese Baustelle überhaupt einmal zu akquirieren. Und diese Verkaufsarbeit, die im Hintergrund passiert, also diese Kundenbeziehungen, diese Kunden aufzubauen, zu verhandeln, Kundenakquise, Kundenbetreuung, auch Kundennachbereitung.

Speaker 1
09:26 - 09:51
Du hast dann entsprechendes Marketing, du hast Führungsverantwortung, du hast Selbstorganisation, Verbesserungsideen oder Maßnahmen, die du umsetzen möchtest. Du hast mit Behörden zu dealen, mit rechtlichen Dingen zu dealen und mit IT-Themen zu dealen. Das ist alles nicht trivial und das ist alles oft unsichtbar für den Angestellten. Und man macht sich nicht bewusst, wie viel da im Hintergrund noch läuft.

Speaker 1
09:51 - 10:28
Und es ist leider nicht so, dass in der Selbstständigkeit dann einfach die Aufträge hereinflattern, sondern ich muss mich dann halt selber drum kümmern. Und ja, ich verdiene dann mehr, aber ich habe auch mehr Aufwand. Und es kann durchaus sein, dass ich diesen Aufwand, und das wird leider systematisch unterschätzt, das kann mir passieren, dass mir auch nicht bewusst ist, wie viel Zeit ich für dieses Rundherum investieren muss. Das Schöne ist, und das gefällt mir an Günthers Satz, den er öfters zu mir sagt oder auch manchmal in den Podcast-Folgen teilt, es sollte sich jeder einmal im Leben zumindest selbstständig gemacht haben, Das, was du da lernst, wenn du dich mit dem Thema Geld auseinandersetzt, ist großartig, weil

Speaker 1
10:28 - 11:14
du kommst am Weg in die Selbstständigkeit oder in der Selbstständigkeit sehr schnell drauf, was eigentlich tatsächlich übrig bleibt in deinen Säckchen, sozusagen, was du an Einnahmen hast auf der einen Seite, Ausgaben auf der anderen Seite und was die Dinge tatsächlich, wenn du ganz hart bist, sozusagen kosten, wo Unternehmen oft ihre blinden Flecken haben, wo sie oft wegschauen, wo sie sozusagen wirklich nur in ganz globalen Zahlen sprechen. Das haben wir verrechnet und das haben wir kalkuliert. Und dann wird das aber woanders hingebucht oder dann wird gar nicht geschaut, wie lange haben wir dafür gebraucht und was haben wir sonst noch für Ineffizienzen oder Ressourcenverschwendungen dazwischen gehabt.

Speaker 1
11:14 - 11:30
Das fällt dir in der Selbstständigkeit sehr rasch, sehr schnell auf, weil du das halt sofort siehst oder dir am Deckel fällt. Kurz zusammengefasst, ja, du hast das Potenzial mehr zu verdienen. Die Frage ist, willst du es überhaupt? Ist es überhaupt notwendig?

Speaker 1
11:30 - 11:54
Und die andere Frage ist, wenn du mehr verdienen willst, dann stell dich darauf ein, dass du tatsächlich auch die Arbeit tun musst, damit dieses Potenzial möglich ist. Also es lässt sich jetzt nicht Das Geld liegt nicht auf der Straße, sondern du musst auch investieren, dass du in diese Bereiche dann auch kommst. Du brauchst Kunden, die das dann bereit sind zu bezahlen. Du musst auch investieren, um dieses Geld dann später mal ernten zu können.

Speaker 1
11:54 - 12:13
Die Kernfrage, die auch hinter dieser Halbwahrheit steht, ist, was heißt denn für dich richtig Geld verdienen oder mehr Geld zu verdienen. Was ist dieses richtig und mehr in einer Zahl ausgedrückt? Für jeden ist das ein Stück weit was anderes. Da gibt es das, was man vielleicht braucht, um seine Fixkosten zu decken.

Speaker 1
12:13 - 12:56
Es gibt vielleicht irgendwelche Wünsche, die mit verbunden sind oder irgendwelche Ziele, die man verfolgt. Und wenn du, lieber Hörer, liebe Hörerin, Lust hast, mit uns vielleicht einmal tiefer reinzugehen, wir haben auf der einen Seite über Leihwand Business, unsere Webseite, die Möglichkeit zu einem kostenlosen Gründungschecker. Oder dass du dir sozusagen Zeit mit uns nimmst, wo wir in deine Kalkulation reinschauen oder wir sozusagen mit dir einfach ein paar Hochrechnungen machen, dass du ein Gefühl bekommst, was heißt denn das? Wie viel Umsatz müsste ich denn tatsächlich machen, um auf mein richtiges oder mehr Geld dann auch entsprechend hinzukommen?

Speaker 1
12:56 - 13:01
Genau. Und wie viel muss ich dann mit dem Finanzamt und der Sozialversicherung teilen? Auch keine unwesentlichen Fragen. Genau.

Speaker 1
13:02 - 13:17
Auf jeden Fall sind wir nächste Woche wieder da. Ja, auf das freue ich mich schon. Wieder mit einer sommerlichen Podcast-Folge von Lewand Gründen. Und bis dorthin wünschen wir euch alles Gute, kühle Erholungen.

Speaker 1
13:19 - 13:36
Und wir freuen uns, wenn ihr diesen Podcast zumindest mit einer Person aus eurem Umfeld teilt, der über das Thema sich selbstständig machen und nachdenkt, weil das würde uns eine große Hilfe sein. Und wir freuen uns, wenn wir euch einen Mehrwert bieten können. Genau. Sehr schönen Schlusswort.

Speaker 1
13:36 - 13:43
Vielen Dank, lieber Camillo, für diese Folge. Und ich würde sagen, unseren Hörern wünschen wir zum Abschluss noch bleibt's leibend.

Wenn ich gründe, kann ich endlich richtig Geld verdienen (Gründungs-Halbwahrheiten #6)
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