Ich gründe einfach und schau dann, wie es läuft (Gründungs-Halbwahrheiten #7)
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Speaker 1
00:20 - 00:41
Hallo liebe Hörerinnen, liebe Hörer, herzlich willkommen zu dieser weiteren Folge unserer Sommergespräche 2026 im Rahmen unseres Podcasts Live & Gründen. An meiner Seite ist wie jede Woche Camillo Patzl. Hallo liebe Hörerinnen, liebe Hörer, an meiner Seite wie immer der liebe Günther Schmatzberger, Gründungsberater Deluxe. Genau, wir sind beide in der Gründungsberatung tätig.
Speaker 1
00:42 - 01:16
nehmen uns jetzt im Sommer immer so Halbwahrheiten vor und schauen uns die an und schauen uns an, was stimmt an diesen Halbwahrheiten, was ist die halbe Wahrheit und welcher Teil davon ist vielleicht ein bisschen anders. Und die Halbwahrheit, die wir heute haben, ist die Frage, jetzt will ich ein Unternehmen starten, ein Solo-Business oder so, jetzt starte ich los und ich lerne dann aus dem Weg und schaue, wie sich die ganze Sache entwickelt und mit der Zeit werde ich schlauer und besser und im besten Fall auch erfolgreich. Ja, diesen Zugang gibt es.
Speaker 1
01:16 - 02:04
Ist ja eigentlich ein unternehmerischer Zugang, zu sagen, okay, ich komme mal ins Touren, ich toure mal und dann wird sich das schon ergeben. Es gibt da, glaube ich, unterschiedliche Perspektiven, auf die man hinschauen kann oder hinschauen sollte. Also wenn man das Kritische an dieser, ja, vielleicht auf den ersten Blick unternehmerischen Haltung betrachtet, dann ist es dieses, ich melde mich an und dann wird sich was ergeben. Das stimmt vielleicht für eine Sportveranstaltung, für ein Sporttraining, vielleicht auch für irgendwelche Schulausbildungen, Weiterbildungskurse etc. So quasi, ich muss mal schauen, dass ich dort reinkomme und wenn ich angemeldet bin, wenn ich dann sozusagen das Schriftstück in den Händen halte, dass es offiziell ist, dann geht's los.
Speaker 1
02:04 - 02:29
So ist es aber in der Gründung nicht, sondern das kann dann schnell einmal recht viel Druck erzeugen, wenn man plötzlich dasteht, Behörden wollen von einem etwas, Finanzamt, Sozialversicherung und ich habe aber keine Einnahmen. Genau. Also dieser Start ins Business ist mit einigen Verpflichtungen verbunden. Und diese Verpflichtungen kosten auch Geld.
Speaker 1
02:29 - 02:37
Und das ist das Problem. Ich glaube, deswegen ist es wichtig, dass man sagt, ja, es stimmt schon. Du lernst viel auf dem Weg. Du kannst nicht alles im Vorhinein planen.
Speaker 1
02:37 - 03:02
Und es ist wichtig, dass man ins Tun kommt. Es gibt ja viele Gründungen, die gibt es nur im Kopf jahrelang, jahrzehntelang. Aber sich dann nicht traut zu gründen, weil man das Gefühl hat, man ist noch nicht bereit. Genau, das ist auch wieder nicht gut, aber dieses blind hineingehen in die Gründung und ins Tun ist mitunter gefährlich, weil damit auch Geld verbunden ist mit seinen Ausgaben oder bzw.
Speaker 1
03:02 - 03:22
Gebühren, Beiträge verbunden, Sozialversicherung verlangt gleich Geld und wenn ich dann jetzt schaue, dass ich auch Einnahmen habe demgegenüber, dann kann das Ganze einfach sehr mühsam werden. Das ist eben das Schwierige beim Business. Wenn ich sage, ich starte ein Hobby, dann habe ich im Prinzip alle Zeit der Welt. Dann ist es im Prinzip nicht tragisch, ob es länger dauert oder kürzer.
Speaker 1
03:22 - 03:32
Ich habe Spaß am Tun und das ist ja an und für sich schon genug. Aber im Business habe ich immer diesen Erfolgsschritt. Ich will ja auch davon leben in den meisten Fällen. Ich will ja Umsatz haben.
Speaker 1
03:32 - 03:37
Ich will Einnahmen haben. Oder Fluss vielleicht. Oder Fluss sogar. Weil gewisse Verpflichtungen damit verbunden sind.
Speaker 1
03:37 - 03:57
Familie etc. Deswegen würde ich davon abraten, einfach mal los zu starten, sondern diese Startphase durchaus ein bisschen zu planen. Und nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht. Ich habe, glaube ich, mehreren Gründerinnen schon mit auf den Weg geben können und dürfen, dass die Gründung das Letzte ist, was sie tun. Also die formale Gründung.
Speaker 1
03:57 - 04:50
Die ersten Verhandlungen, Gewerbeschein usw. bringen wieder die Sportmetapher, dass man eine gewisse Vorbereitungsphase sich gönnt und auch nimmt und in diese Richtung arbeitet, um seine Geschäftsidee, sein Business, wie komme ich zu Kunden, wie möchte ich mich organisieren, was ist mein konkretes Dienstleistungsangebot oder Produktangebot, Ja, und erst dann sozusagen wirklich den offiziellen Schritt zu gehen, zu gründen und dann ins Tun zu kommen und ja, dann hat man es eigentlich auch nicht geschafft und so quasi Juhu und jetzt ist alles safe, sondern dann fängt halt ein weiterer Lebensabschnitt, eine weitere nächste Ebene mit vielen Steinen vielleicht an. Eine weitere Etappe.
Speaker 1
04:50 - 05:01
Eine weitere Etappe. Mit neuen Herausforderungen, die auch spannend sind. Es ist wirklich ein Spannungsfeld. Damit ich ein gutes Angebot habe, muss ich zuerst einmal wirklich gut nachdenken.
Speaker 1
05:01 - 05:15
Es ist selten empfehlenswert, mit der erstbesten Idee zu starten. Oft macht es dann Sinn, darüber nachzudenken, nochmal zu überlegen, zu schauen. dreimal oder viermal um die Ecke zu denken und wirklich cool ist, ein leibendes Angebot zu haben. Das entsteht nicht über Nacht.
Speaker 1
05:15 - 05:42
Ein leibendes Angebot, eine leibende Geschäftsidee braucht viel Denkarbeit und auch ein bisschen Zeit, um zu reifen. Gleichzeitig kommt irgendwann der Punkt, wo mehr Nachdenken nicht hilft, wo ich den Zeitpunkt eigentlich erreicht habe, wo ich selber alles, was ich mir ausdenken kann, in die Geschäftsidee reingelegt habe und dann kommt der Moment, wo meine Idee auf den Markt treffen muss. rausgehen und probieren und schauen, was passiert. Das ist wie beim Skispringen.
Speaker 1
05:43 - 06:11
Wenn man da runterfährt von der Schanze, gibt es irgendwann einen Moment, da muss man abspringen. Zu früh abzuspringen ist nicht gut und zu spät abzuspringen bringt auch nichts, sondern man muss dieses Timing relativ gut erwischen. Man hat das oft im Gefühl, wenn es so ist. Und wenn man diesen Absprung gut erwischt, hat man das Beste aus beiden Welten, eine gute Vorbereitung, einen guten Plan von dem, was man tun will, aber gleichzeitig auch die Erfahrung, wie es dann in echt ist und zu merken, okay, wie reagieren die Kunden drauf, was muss ich vielleicht
Speaker 1
06:11 - 06:31
noch feintunen, welche Bedürfnisse sind vielleicht am Markt, die ich noch gar nicht bedacht habe, die ich aufnehmen könnte, was hat man anders vorgestellt, als es tatsächlich ist. Das passiert dann sozusagen so wie In-Game-Coaching beim Fußball. Das ist der Anpfiff, wie es passiert. Das Spiel läuft, aber das heißt ja nicht, dass ich jetzt ausgeliefert bin, sondern ich kann dort und da immer noch Anpassungen vornehmen, wo es sinnvoll ist.
Speaker 1
06:31 - 06:45
Du hast jetzt gerade von diesem Gefühl gesprochen. Ich glaube, das möchte ich da nochmal unterstreichen. Das Gefühl, das von innen kommt, von dir selbst. Günther Faltin hat in seinem Buch Kapitalschlägt Kopf von diesem...
Speaker 1
06:45 - 06:52
Ungleichheitskopf schlägt Kapital. Ah, danke. Spannend. Können wir vielleicht auch ein Buch darüber schreiben?
Speaker 1
06:52 - 07:26
Das müssen wir dann schreiben. hat davon gesprochen, wenn es kribbelt im Bauch, du wirst es spüren, wenn du soweit bist, ganz wichtig, lass dich halt nicht von außen, nur weil du glaubst, da ist jetzt ein Saisonbetrieb, den du unbedingt den du mitnehmen musst. Weil jetzt irgendein Trend am Markt ist, haben wir schon eine andere Folge dazu gemacht, dass du auf diese Welle aufspringst und dann quasi dir Selbstdruck erzeugst. Also keine Torenschlusspanik kriegen, kein Fear of Missing Out.
Speaker 1
07:28 - 07:45
Wenn die richtigen Signale von außen kommen, sprich Kunden, also wenn die Kunden Schlange stehen und sie fragen, wann geht es denn los endlich bei dir? Dann wäre es taktisch unklug, zu sagen, ich muss mir noch Zeit nehmen. Ich brauche noch eine Ausbildung, die dauert noch zwei Jahre. Richtig, eine zusätzliche Ausbildung, ein Zertifikat.
Speaker 1
07:46 - 08:10
Drück da vielleicht mal kurz die Stopp-Taste und denk darüber nach, ob das dich, deine Geschäftsidee und dein Business tatsächlich voran weiterbringt. Und ob nicht alles schon da ist, damit du eine gute Leistung, die auch im Markt wertvoll ist, jetzt schon erbringen kannst. Nämlich genau so könnte man diese Halbwahrheit auch umdrehen. Bereit so viel wie geht vor und gründe erst so spät wie möglich.
Speaker 1
08:10 - 08:39
Ist vielleicht auch nicht der optimale Zugang. Vor allem genau in dem Punkt, was der Günther gerade gesagt hat, wenn einfach schon Kunden da sind oder die Aufträge quasi ja schon auf dich warten. Ein Punkt, aber dazu haben wir auch eine eigene Folge aufgenommen, ein Punkt, den ich schon gut vorbereiten würde, wäre sozusagen die finanzielle Planung. Ich müsste mir im besten Fall schon überlegen, wie komme ich denn über die ersten Wochen, Monaten, vielleicht ein halbes Jahr auf Geld?
Speaker 1
08:40 - 09:04
Genau, ich brauche ein bisschen Liquidität, ich brauche ein bisschen Sicherheitspolster einfach, damit ich gut schlafen kann und damit ich nicht sofort von Tag eins in Umsatzdruck bin. Weil oft ist es ja eben leider nicht so, dass die Kunden sofort Schlange stehen, sondern dass das Ganze anlaufen muss. Vielleicht doch schon, aber das werdet ihr dann auch später spüren. Manchmal braucht es einfach eine Zeit, bis sich der Kunde auch entsprechend committet.
Speaker 1
09:05 - 09:29
Oder zahlt. Oder zahlt. Das heißt, selbst wenn ein Kunde sagt, ja, das wäre urleibend und das machen wir bitte, dann bis der eigentliche Entscheidungsträger tatsächlich die Bestellung schickt oder den Auftrag ausspricht oder sagt, bei dem Termin geht es los und der steht dann auch und wird nicht dreimal verschoben, Da kann Zeit vergehen.
Speaker 1
09:29 - 09:55
Und auch diese Zahlungsziele, also geh jetzt mal nicht davon aus, dass du sofort das Geld bekommst, weil gerade in vielen Betrieben ist es so, die haben 14 Tage, 30 Tage, manche sogar 90 Tage Zahlungsziele. Das musst du halt aushalten können. Du brauchst subjektiv auch ja einen Platz zum Schlafen, was zum Essen und das muss man sich überlegen, wo das Geld herkommt. Nein, so ist es im B2B-Bereich, aber selbst im B2C, das heißt, mit Privatkunden ist es ja auch nicht anders.
Speaker 1
09:55 - 10:23
Ja, da gibt es Leute, die sagen, ja, das machen wir unbedingt, wenn du losgestartet bist und dann passiert es doch nicht oder verschiebt sich doch und dauert es ja auch eine Zeit lang, bis die Rechnungen dann bezahlt werden. Das heißt, es braucht so ein bisschen eine Anlaufphase, wo man... Man hat ja laufende Kosten, also nicht nur seine privaten, sondern eben vielleicht auch firmenmäßig. Die müssen jetzt nicht viel sein, weil man vielleicht kein Büro gemietet hat, kein Dienstfahrzeug braucht, keine Maschinen braucht, aber trotzdem man hat laufende Kosten, die einfach gedeckt werden müssen.
Speaker 1
10:23 - 10:50
Und ja, als Gründungsberater ist uns das natürlich täglich Brot. Da gibt es unsere Planumsatzkalkulationen und unsere Möglichkeiten in Richtung Preisgestaltung da zu unterstützen. Aber sich auch über diese Zahlen Gedanken zu machen, ist glaube ich ein wesentlicher Punkt im Zuge der Vorbereitung. Und allein wenn es um diesen letzten Schritt geht, du hast gesagt, die Gründung an sich, d.h.
Speaker 1
10:50 - 11:22
Anmeldung, Gewerbeschein, Sozialversicherung usw. ist der letzte Schritt, aber spätestens da, bei der richtigen Reihenfolge der Schritte, bei der Frage, was kommt zuerst dran, was bedingt was, also was muss ich der Sozialversicherung sagen, was muss ich dem Tenanzamt sagen, damit ich sozusagen richtig eingestuft werde, Spätestens da macht es Sinn, das wirklich gut zu planen und sich dafür auch Hilfe zu holen und zu sagen, Gibt es vielleicht einen Gründungsberater, der mir da vielleicht Tipps geben kann? Es gibt viel kostenloses Angebot, gerade in Wien und in Österreich ist es super.
Speaker 1
11:22 - 11:32
Entschuldigung, wir nehmen draußen auf, mir ist gerade eine Fliege in den Mund. Klassiker. Entschuldige, aber ich glaube, es geht. Sie ist verdaut.
Speaker 1
11:35 - 11:45
Vielleicht sollte man sein Pass sein. Ich glaube schon. Das sind ja erschwerte Umstände, unter denen wir hier drauf sind. Aber das soll nicht infrage stellen, das, was ich gesagt habe.
Speaker 1
11:45 - 12:09
Gerade in Österreich sind die Gründungsschritte nicht ganz trivial. Und es macht Sinn, sich da wirklich beraten zu lassen. Und ich wollte ergänzen, es gibt in Österreich, oder halt jetzt in dem Fall in Wien, auch sehr viele kostenlose Angebote von der Wirtschaftskammer, von der Wirtschaftsagentur Wien. Über das Unternehmenskonzept haben wir eine eigene Folge aufgenommen, die auch sehr gut beraten wird.
Speaker 1
12:11 - 12:33
Da hat man super guten Zugang. Es gibt eigentlich keine Ausrede. Auch im Internet kannst du einiges finden. Aber da, wo dir vielleicht ein Gründungsberater noch zusätzlich unterstützen kann, ist einfach individuell auf deine spezielle Situation oder Ausgangssituation, kann man vielleicht besser formulieren, einzugehen und mit dir das ein Stück durchzudenken und zu planen.
Speaker 1
12:33 - 13:11
Genau, und vielleicht auch den einen oder anderen Fehler zu vermeiden, der auch teuer werden kann, gerade mit der Sozialversicherung. Ja, also die Halbwahrheit zusammengefasst, ja, leg los, warte nicht zu lange, aber mach es trotzdem so, dass du das Gefühl hast. dass du gut verarbeitet bist, dass die wichtigsten Dinge gut geplant sind, dass du gut über die ersten Wochen und Monate kommst, dann wird der Flug, also der Skisprung durch die Luft auch mit einer guten Landung dann enden. Einen guten Sweetspot zu finden zwischen nicht waghalsig sofort hineinspringen, aber auch nicht zu lange ewig alles umdrehen und durchdenken, dass es gar nicht stattfindet.
Speaker 1
13:13 - 13:27
Ja, wenn auch du, lieber Hörer, liebe Hörerin, jetzt Lust hast, gemeinsam zu denken oder sozusagen zu planen, dann scheu dich nicht. Wir sind buchbar, wir sind erreichbar. Du kannst uns finden über unsere Webseite. Da gibt es den kostenlosen Gründungscheckup.
Speaker 1
13:27 - 13:54
Den kannst du jedenfalls wahrnehmen. Oder du hörst dir eine unserer anderen Folgen an, um vielleicht deine offenen Fragen zu beantworten. Wir würden uns freuen, wenn du diesen Podcast zumindest einer weiteren Person teilst, weil unser Anliegen ist, einen Mehrwert zu stiften für all jene Personen, die sich auf den Weg in die Selbstständigkeit begeben. Genau, und das sollen möglichst viele sein, weil ich finde, jeder Mensch hat sich einmal im Leben selbstständig gemacht.
Speaker 1
13:54 - 14:07
Wenn du auch dieser Meinung bist und beim nächsten Mal wieder zuhören möchtest, nächste Woche wird es uns freuen. Genau, wir sind wieder nächste Woche Mittwoch online und bis dorthin wünschen wir euch alles Gute und bleibt leibend.
