Was tun, wenn man den Fokus verliert?

Günter Schmatzberger
00:01 - 00:31
Was tun, wenn man als Solopremier den Fokus verliert? Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Leiwand Gründen. Bei mir an der Seite ist Gründungsberater Deluxe Camillo Patzl.

Camillo Patzl
00:32 - 00:36
Dankeschön. Und an meiner Seite wieder der liebe Günter, Gründungsberater Deluxe ebenso.

Günter Schmatzberger
00:36 - 01:10
Genau, Günter Schmatzberger ist mein Name. Wir zwei sind Gründungsberater mit Leib und Seele und haben uns diesmal eine Frage vorgenommen, die lautet, was tun, wenn man als Solopreneur den Fokus verliert? Camillo, du hast die Frage mitgenommen. Uns ist es natürlich noch nie passiert. Nein, auf gar keinen Fall. Wir sind natürlich seit Jahren schon selbstständig und uns passiert das nie, dass wir den Fokus verlieren. Aber wenn jetzt jemand zu uns kommen würde in die Gründungsberatung und sagt, ich weiß nicht, was ich tun soll, das oder das oder das oder worauf ich mich konzentrieren soll. Was sagen wir da?

Camillo Patzl
01:12 - 01:32
Hier eine pauschale Antwort zu geben ist natürlich schwierig, daher ist immer der individuelle Fall zu betrachten. Aber das, was da sozusagen ein bisschen im Hintergrund steckt, ich merke es oft in meinen Gründungsberatungen, dass entweder schon am Start oder dann eben zeitversetzt Geschäftsideen aufkommen,

Günter Schmatzberger
01:32 - 01:32
Wo

Camillo Patzl
01:32 - 02:24
man sagt, das könnte ich auch noch machen, da könnte ich vielleicht zusätzlich Umsatz generieren oder da habe ich gesehen in der Branche wird das und das nachgefragt, das möchte ich jetzt auch noch integrieren und da kann es sehr schnell passieren, dass sich der Fokus von der Hauptidee oder von der Haupttätigkeit ein bisschen weg bewegt. Und da hilft es, sich vielleicht nochmal hinzusetzen und klar zu machen, was ist denn mein Haupttätigkeitsfeld? Und wenn es weitere Ideen gibt, das sich wirklich neu zu überlegen, kriegt das ein extra Standbein von mir? Wir haben ja mal eine ähnliche Podcast-Folge zu dem Thema der Standbeine gedreht.

Camillo Patzl
02:26 - 02:39
Variiert, also vollziehe ich jetzt absichtlich einen Wechsel, weil ich irgendeine Erkenntnis gesammelt habe und wechsel sozusagen das Tätigkeitsfeld oder lasse ich es bleiben und richte den Fokus wieder neu aus.

Günter Schmatzberger
02:39 - 03:21
Also ich glaube wir als Solopreneure haben grundsätzlich immer die Herausforderung, dass wir mehr Möglichkeiten haben als Kapazität an Zeit, an Geld, an Ressourcen ganz generell. Also wir haben so viele Ideen und Möglichkeiten, die wir machen könnten und diese Ideen sind alle gut. Das ist ja das Problem. Also wenn wir nur schlechte Ideen hätten, dann wäre das Problem mit dem Fokus auch nicht so gut. Wenn man immer nur das, oder wäre das Problem mit dem Fokus nicht so groß, wenn man immer nur schlechte andere Ideen hätten, dann würde uns die Entscheidung leicht fallen. Aber weil wir sehen, okay, der andere macht das und das könnte ich auch noch machen, der Kunde hat noch das vorgeschlagen oder keine Ahnung, letzte Woche beim Familientreffen habe ich den gehört, der das gesagt hat.

Günter Schmatzberger
03:21 - 03:57
Und es prasseln Ideen auf uns ein und es ist ziemlich leicht, dass wir uns mit diesen neuen Ideen beschäftigen und darüber vergessen, was wir eigentlich machen wollten. Ich glaube, das ist so immer dieses Spannungsfeld, hinter dem wir arbeiten müssen. Wir müssen einerseits sagen, was ist es eigentlich, womit wir losgestartet sind, was haben wir uns vorgenommen für den Tag, für die Woche, für das Monat, an strategischen Aufgaben, was steht bei uns im Businessplan zum Beispiel drinnen, was haben wir vor und aber auch trotzdem so ein bisschen flexibel zu bleiben und zu sagen, okay, ich schaue mir trotzdem an, was an neuen Ideen kommt und vielleicht ist die Idee ja besser als das ursprüngliche.

Günter Schmatzberger
03:58 - 04:16
Ja, es heißt ja nicht nur, weil wir es uns vorgenommen haben, dass wir stur dabei bleiben müssen und deswegen bin ich auch nicht derjenige, der sagt, ja behalte deinen Fokus und bleib dran und bleib dran und schau nicht links und nicht rechts. Das ist auch ein guter Rat. Vielleicht ist es manchmal ganz gut den Fokus zu verlieren und dann mal aufzumachen und zu schauen, was passiert links und rechts von mir. Ich glaube es kommt

Camillo Patzl
04:16 - 05:08
immer auf das Stadion der Geschäftsentwicklung an. Es kann durchaus sein, dass man am Anfang absichtlich aufmacht und schaut, was gibt es denn sonst noch, wo könnte sich der Fokus sonst noch hinlegen. Wenn man es in so einer Art Findungsphase sieht, Könnte auch zum Beispiel Effectuation ein guter Ansatz sein, dass man einfach sagt, mit den Ressourcen, mit den Mitteln, die ich zur Verfügung habe, was könnte daraus entstehen? Ich habe noch kein vorgefertigtes Ziel, sondern es gibt mehrere Möglichkeiten, sozusagen, an Zielen, die sich da ergeben können aufgrund von den Mitteln. Aber in einem fortgeschrittenen Stadion, wo man vielleicht begonnen hat, man hat gegründet, man ist im Tun, da kann es wie gesagt schnell passieren, je nachdem in welchem Umfeld ich mich auch bewege, das von äußeren Einflüssen, durch Gespräche mit anderen, vielleicht habe ich irgendein Buch gelesen oder war auf irgendeinem Workshop.

Günter Schmatzberger
05:08 - 05:09
Oder beim Podcast gehört.

Camillo Patzl
05:09 - 05:26
Beim Podcast gehört, der mich inspiriert, irgendwas ist passiert, der meinen Fokus sozusagen wieder in eine andere Richtung legt. Und da glaube ich kann eine Gründungsberatung oder auch ein Gespräch immer sehr gut helfen. So ein bisschen zurück zum Ursprung, zurück zu deiner eigentlichen Linie.

Günter Schmatzberger
05:26 - 05:28
Zurück zu dir

Camillo Patzl
05:28 - 06:11
selber. Was war deine Ausgangssituation, wo wolltest du hin? Und gib dem Ganzen einfach mehr Zeit. Bleib mit dem Fokus eine Spur drauf. Vielleicht kann man sich das sogar selber ein bisschen zeitlich gestalten. Und dann erst eine Entscheidung zu treffen oder zu sagen, okay, damit mein Fokus nicht ganz verschwindet, so wie du es auch gerade vorhin formuliert hast, dann schenke ich mir ein Zeitfenster in der Woche, im Monat oder wie auch immer, wo ich sage, und da darf ich mich jetzt kreativ ausleben oder Dinge ausprobieren, aber eigentlich will ich ja meine Linie kurz halten, schauen, weil sonst wie soll ich denn eine Entscheidung treffen, ob das überhaupt lukrativ ist, ob es funktioniert.

Günter Schmatzberger
06:11 - 06:58
Richtig, ich glaube genau wie du sagst, Gamilo, eines Der größten Probleme von uns Einzelunternehmen, Solopreneuren, ist, dass wir zu sprunghaft sind. Wir geben den Dingen nicht genügend Zeit, wir geben den Dingen nicht den Fokus, dass wir lange genug an einer Sache dranbleiben. Ich glaube, das ist unsere größte Schwäche, das ist unser Kryptonit. Wir haben so viele Einflussfaktoren von rundherum, dass wir es nicht schaffen bei den guten Ideen, die wir haben. Also wenn man es lange und gut überlegt, wir stecken da viel Energie rein in gute Ideen, in gute Produkte, in gute Marketingstrategien. Und dann passiert es uns, dass wir viel zu früh aussteigen und sagen, wir machen das nicht weiter, keine Ahnung, weil wir eine bessere Idee haben, weil es nicht funktioniert, weil wir glauben, dass es nicht funktioniert, weil es nicht schnell genug geht.

Günter Schmatzberger
06:58 - 07:18
Das heißt, unsere Schwäche ist die Kurzfristigkeit. Und deswegen ist dieser fokus so wichtig das heißt wir müssten uns glaube ich am anfang kommitten dazu zu sagen okay jetzt habe ich diese idee ich habe diesen plan und das mache ich jetzt bis zum sommer bis weihnachten die nächsten drei monate für die nächsten drei Jahre oder was auch immer der Zeitraum ist.

Camillo Patzl
07:19 - 08:09
Es ist wie ein Studium, das ich zum Beispiel besuche. Wenn ich sage, eine FH dauert, weiß ich nicht, zwei Jahre der Master oder vielleicht drei, vier Jahre der Bachelor, Dann habe ich ja hier eine Entscheidung getroffen und mein Fokus ist in Richtung dieses Studium. Dass es daneben noch andere Interessensgebiete gibt, ist ganz klar und ist logisch, auch dass diese Felder sich auftun. Aber nicht schlau ist es, zu sagen, okay, heute mache ich dieses Studium, nächsten Monat fange ich woanders an, dann inskribiere ich dort, inskribiere ich da. Das heißt, irgendwann komme ich zu dem Punkt, wo ich sage, jetzt muss ich das einmal laufen lassen, einmal fertig machen, mir vielleicht sogar den Abschluss holen, dann sozusagen die nächsten Weichen zu stellen oder ich habe wirklich driftige Gründe, wo ich sage, ich habe meine Erkenntnis, ich möchte das Art Studium nicht machen.

Günter Schmatzberger
08:09 - 08:18
Ja genau, der Unterschied zum Studium ist, dass wir im Solo-Business eben diese Rahmen, diese Grenzen nicht haben. Wir haben kein Curriculum, das wir einhalten müssen.

Camillo Patzl
08:18 - 08:20
Es gibt nicht die Termine.

Günter Schmatzberger
08:21 - 09:00
Genau, also wir sind nur gegen uns selbst verantwortlich. Wir müssen uns selber diesen Rahmen geben und wir, so ehrlich müssen wir wahrscheinlich sein, lassen uns auch leicht selber austricksen. Also wir selber kennen ganz genau die Tricks, womit wir uns selber austricksen können. Das heißt, wir sabotieren uns dann auch häufig selber, weil wir ganz genau wissen, wo wir anspringen. Und wir haben, unser Fokus entsteht ja nicht in dem Moment, oder wir verlieren den Fokus ja nicht aufgrund von Nichtigkeiten, sondern es sind genau diese Triggerpunkte, das Gespräch mit einem Bekannten, der diesen einen Satz sagt, der uns da wieder in Unruhe bringt oder dann hören wir diesen YouTuber-Podcaster zu, der sagt das.

Günter Schmatzberger
09:00 - 09:00
Genau, er

Camillo Patzl
09:00 - 09:01
ist ein Vorbild.

Günter Schmatzberger
09:02 - 09:18
Genau, und die schlagen uns das vor und dann denken wir so, wir sind völlig am falschen Weg, wir sollten ja das machen, Der macht das ja und der ist so erfolgreich. Und ich mache das und bin nicht so erfolgreich oder noch nicht so erfolgreich. Das heißt, der Fokus verschiebt sich ja aufgrund von ganz bestimmten Mustern, die wir haben.

Camillo Patzl
09:18 - 10:01
Es ist total spannend gewesen, so in meiner Gründungsberatung, auch in der Vergangenheit, gibt es eine Tendenz, wo das häufig vorkommt. Man sieht sich so, weiß ich nicht, alle drei, vier Wochen so in einem Abstand, in einem Rhythmus und dann ist komplett eine neue Richtung plötzlich da. Und wenn ich dann die Frage stelle, was ist denn mit der letzten Strategie, die der Kunde sozusagen oder die Kundin sich da überlegt hat. Sei es jetzt in Richtung Marketing oder sei es jetzt irgendwie, dass sie Kundengespräche forcieren möchte oder sich irgendeinen Slot für irgendeine Veranstaltung oder irgendeinen Workshop sozusagen kümmert.

Camillo Patzl
10:04 - 10:52
Und dann kriege ich sozusagen diese neue Richtung präsentiert und dann stelle ich halt oft und gern die Frage, naja, wie lange ist denn das alte jetzt gelaufen oder probiert worden? Wenn das jetzt zwei, drei Wochen her ist oder ein Monat, was kann ich denn sagen? Also jetzt auf die Zeit auch bezogen, die man noch im Businessleben vor sich hat. Was ist denn ein Jahr oder was sind denn drei Jahre? Wenn ich jetzt sage, ich mache ein Jahr lang auf einer Plattform, versuche ich sozusagen hier die Plattform kennenzulernen, mich damit zu beschäftigen, zu schauen was passiert, ist ja auch noch minimal gerechnet, aber immerhin noch besser, als ich sage nach ein, zwei Monaten, ich habe keine Likes, ich habe keine Follower, ich habe keine Ahnung, wie wir jetzt bei der Marketingstrategie, bei dem Beispiel bleiben.

Camillo Patzl
10:54 - 11:09
Ich probiere jetzt eine andere Plattform, ja und ich probiere jetzt eine andere Marketingstrategie, aber warum? Ich meine, Es hat ja einen Entscheidungsprozess gegeben, warum man mit dieser Plattform starten wollte. Warum gibt man dem sozusagen nicht einfach einen längeren Bedachtungszeitraum?

Günter Schmatzberger
11:09 - 12:02
Richtig. Ich glaube, dass genau hier der Punkt ist, wo wir Solo-Businesses uns regelmäßig selbst sabotieren. Also unser größter Feind ist nicht der Mitbewerb, wirklich nicht. Unser größter Feind sind wir selber, die es nicht schaffen, bei dem zu bleiben, was wir uns vorgenommen haben und immer wieder von vorne anfangen. Das heißt, wir sind zehn Meter gekommen und 11 Meter ist zu anstrengend, deswegen fangen wir wieder bei 0 bei der Startlinie an. Und das ist einfach aus Business-Sicht einfach ein wahnsinniger Aufwand für relativ wenig Effekt. Also die Kosten-Nutzen-Rechnung, davon stellt sich einfach nicht. Noch dazu, weil wir ja, und das ist eine große Herausforderung in der Gründungsphase, aber später dann auch ja, dass wir ja nie die eine richtige Strategie haben, wo wir sagen können, Das ist es und das funktioniert und nichts anderes.

Günter Schmatzberger
12:02 - 12:09
Es gibt viele Wege, die funktionieren. Das Wichtige ist nur, wenn ich weiß, dass viele Wege funktionieren, dann wird es der Weg sein, den

Camillo Patzl
12:09 - 12:56
ich durchhalte. Genau, es geht dieses Durchhalten, diese Disziplin. Und das Spannende ist, wenn man jetzt sich einfach ein paar Ebenen drüber anschaut, KMUs oder vielleicht produzierende Betriebe, die Investitionen tätigen, der kann es sich nicht leisten, dass er da springt in seinen Geschäftsideen, in der er sich jetzt zum Beispiel eine produzierende Maschine, Drehmaschine, Fräsmaschine, was auch immer kauft, dann muss der mit der Arbeit. Dann muss der schauen, dass er die quasi befüllt und dass die rennt im Einschicht- oder Zweischichtbetrieb, damit er sozusagen auch die möglichst schnell abschreiben kann. Aber der kann nicht hergehen und kann sagen, so, na ok, das war's nicht, ich hab's probiert, aber ich kaufe mir jetzt nicht ein größeres Drehzentrum, ein kleineres Fräszentrum, keine Ahnung.

Camillo Patzl
12:56 - 13:13
Also das funktioniert einfach nicht. Bei uns funktioniert es schon. Im Solo-Business ist das natürlich oft nicht mit größeren Investitionen verbunden, sondern einfach unsere Entscheidungen, die wir getätigt haben. Und da ist es dann natürlich einfach, dass man in der Früh aufstellt und sich denkt, na, heute ist anders.

Günter Schmatzberger
13:13 - 13:55
Genau, richtig. Das ist ein Vorteil, ist ein Segen. Man ist flexibler. Aber es ist auch ein Fluch, weil es genau dazu verleitet, dass man die Dinge nicht durchhält, die man eigentlich durchhalten wollte. Und wenn wir jetzt uns fragen, was sollen wir tun, dann ist die Antwort wahrscheinlich so offensichtlich, wie sie langweilig ist und trotzdem ist sie die richtige Antwort aus meiner Sicht. Nehmen wir uns die Zeit uns einen Plan zu überlegen. Nehmen wir uns die Zeit gut nachzudenken darüber was wir machen wollen und gehen wir dann wirklich alle Ideen, schauen wir uns an und knüpfen das auseinander und schauen uns wirklich im Detail an, was läuft hier eigentlich in meinem Business und wie soll es laufen, wie läuft es nicht, was wollen wir tun?

Günter Schmatzberger
13:55 - 14:29
Und dann, Ende. Dann kommen wir zu einer Strategie, dann kommen wir zu Maßnahmen und die hinterfragen wir nicht mehr. Zumindest so lange, wie wir uns die Deadline setzen. Also wir sagen, okay, für das nächste halbe Jahr mache ich das und dann bleibe ich dran. Und besonders in den Momenten, wo es nicht lustig ist, wo man das Gefühl hat, es geht überhaupt nichts weiter oder wo man sogar das Gefühl hat, es bewegt sich in die falsche Richtung, dann erst recht. Und da kann ein Berater, ein Mentor nützlich sein, mit dem man sich kurz schließen kann und sagen kann, tauschen wir uns kurz aus, hilf mir dabei dran zu bleiben.

Günter Schmatzberger
14:29 - 14:44
Dabei kann es nützlich sein, habe ich auch schon gesehen, dass man sich sozusagen die Strategie aufschreibt und unterschreibt und wirklich sozusagen einen Deal mit sich selber macht, damit man sich irgendwie austrickst und sich von der Selbstmanipulation, von den Selbstüberlistungen möglichst schützt.

Camillo Patzl
14:45 - 14:51
Hast du ein Beispiel aus deinen Gründungsberatungen, wie so ein Plan aussehen kann oder was funktioniert, was funktioniert nicht?

Günter Schmatzberger
14:52 - 15:31
Der Plan, der funktioniert, ist der einfache Plan. Das ist immer die grundsätzliche Antwort. Das heißt, je einfacher der Plan ist, desto leichter ist es wahrscheinlich, dass das funktioniert. Und dann ist es einfach so, aus meiner Gründungszeit weiß ich, dass alle diese Dokumente, die am Anfang entstehen, ob das jetzt ein formaler Businessplan ist oder so, wie es wir machen, so ein Unternehmertraum, dass man wirklich sagt, okay, man malt ein Bild davon, wie es sein soll, dass man diesen Plan sich möglichst oft vor Augen hält. Vielleicht jeden Tag, zumindest jede Woche, damit man immer weiß, wozu mache ich das eigentlich, weil die Ablenkungen einfach so vielfältig sind und man sich gar nicht helfen kann vor Möglichkeiten, die man hat.

Günter Schmatzberger
15:31 - 15:45
Ich werfe das keinem Gründer vor, dass Ablenkungen reinkommen. Das ist ganz normal. Unsere Aufgabe ist es trotzdem zu sagen, welche Zeit geben wir uns selbst, damit wir uns selbst unserem Erfolg nicht im Weg stehen.

Camillo Patzl
15:46 - 16:12
Ich hätte so zwei Ansätze, die sehr gut in den Beratungen auch teilweise funktioniert haben, also teilweise in den letzten Monaten. Das eine ist, dass man so hergeht und Diese eine Sache, an der man dranbleiben möchte, sich vielleicht wirklich auf eine Pinband oder irgendwo in der Nähe des Computers, Arbeitsplatzes, wo immer halt sichtbar mal

Günter Schmatzberger
16:12 - 16:13
präsent machen,

Camillo Patzl
16:13 - 16:17
platziert, dass man, wenn man dran vorbeigeht, sich wieder dran erinnert

Günter Schmatzberger
16:17 - 16:17
und

Camillo Patzl
16:17 - 16:50
so ein bisschen auch diesen Fokus halten kann. Es ist ähnlich wie beim Sport, wo man vielleicht sich die Anmeldung für irgendeinen Marathon oder für irgendeinen Wettkampf, das Poster irgendwo hinlegt, dass man sich erinnert, wofür mache ich das eigentlich. Und das zweite, was auch recht gut funktioniert, also wenn jetzt zum Beispiel dieses tägliche einen ein bisschen rausbringt, so wie es das du formuliert hast, und wenn man sich trotzdem einen Intervall schaffen möchte, sich daran zu erinnern, dann kann es helfen ein Meeting mit sich selbst zu machen.

Günter Schmatzberger
16:50 - 16:51
Also ich

Camillo Patzl
16:51 - 17:28
formuliere das oft so, einen Kalendereintrag zu machen, der kann im Quartal sein, einfach so wie im normalen Betrieb auch, dass man einfach so ein Quartals-Meeting macht mit sich selber. Wenn man es kürzer braucht, könnte es auch vielleicht im Monat sein. Aber dass man hergeht und sagt, wo ist mein Haupttätigkeitsfeld, wo ist mein Hauptfokus und das vielleicht mit sich selbst ein bisschen reflektiert, so aus der Vogelperspektive auf sein Unternehmen draufschauen und sagt, bin ich noch am richtigen Weg? Passt das noch so oder ist da jetzt irgendwo, habe ich eine Abkürzung verpasst oder gehe ich gerade einen anderen Weg?

Camillo Patzl
17:29 - 17:39
Und selbst wenn man sagt, aha, da gibt es was, einfach den Betrachtungszeitraum erweitern und sagt, okay gut, wahrgenommen, ich schaue mir das nächste Monat oder übernächste Monat an, aber ich

Günter Schmatzberger
17:39 - 18:13
treffe nicht heute Entscheidungen. Genau, ja, also auch sich zu gönnen, dass man Zeiten hat, wo man keine Entscheidungen trifft oder wo man einfach neue Ideen auch ignorieren darf und sagt, okay, ich muss mich mit dieser Idee jetzt nicht auseinandersetzen. Was mir oft hilft, ist, diese Ideen aufzuschreiben, wirklich auch im Detail aufzuschreiben und zu sagen, okay, was ist die Idee, wie würde das ausschauen, eine Seite in Notion oder irgendwo in Evernote Notiz oder Handschriftlich das irgendwo auf, also wirklich auszuformulieren und dem auch die Aufmerksamkeit zu geben, aber dann auch auf die Seite zu legen und zu sagen wieder Vorlage 30.

Günter Schmatzberger
18:13 - 18:39
Juni, ja da schaue ich mir das noch mal an und meine Erfahrung ist, dass mit dem Zeitabstand diese Ideen auch immer schlechter werden. Also die Ideen sind wirklich gut in dem Moment, wo man es hört, aber eine Woche später oder ein Monat später oder vielleicht sogar sechs Monate später ist diese Idee dann gar nicht mehr so cool. Das ist auch ein schöner Effekt davon, wenn man sich sozusagen diesen Ideen, sich und diesen Ideen ein bisschen Zeit und Abstand gibt. Manches davon erledigt sich auch von selber.

Camillo Patzl
18:41 - 18:54
Ich merke, wir können da wahrscheinlich noch ein bisschen mehr oder intensiver reden, aber ich glaube mit einem konkreten Fallbeispiel wird es einfacher gehen. Ja, ich weiß nicht, hast du noch was zu ergänzen?

Günter Schmatzberger
18:54 - 19:24
Ich glaube, wir ergänzen unseren Hinweis, den wir jedes Mal haben am Ende unseres Podcasts. Das war es nämlich schon wieder mit dieser Folge von Leib und Gründen zum Thema Was tun, wenn wir als Solopreneur den Fokus verlieren? Und so wie es dem Camillo geht und so wie es mir geht, dass uns das passiert und nicht einmal im Jahr, sondern zweimal oder öfter, so wird es vielleicht euch auch gehen und wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr mit uns darüber reden möchtet und mit uns gemeinsam den Fokus schärfen wollt, sehr, sehr gerne. Wir sind Gründungsberater und ihr findet uns auf unserer Webseite www.leiband.business.de.

Günter Schmatzberger
19:24 - 19:36
Bei uns gibt es auch einen kostenlosen Gründungs-Check-up, ein Erstgespräch, das ihr mit uns buchen könnt. Da könnt ihr uns jederzeit erreichen. Ansonsten würde ich vorschlagen, hören wir uns wieder nächste Woche.

Camillo Patzl
19:36 - 19:38
Ja, freue ich mich schon drauf.

Günter Schmatzberger
19:38 - 19:43
Ich mich auch und würde sagen bis dahin macht es gut und bleibt slime.

Was tun, wenn man den Fokus verliert?
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