„Selbstständig sein heißt auch Nein sagen“ – Ulrike Steiger über Disziplin, Grenzen und Erfolg
Günter Schmatzberger
00:18 - 00:27
Hallo liebe Hörerinnen, liebe Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Leiwand Gründen. Bei mir an der Seite ist wieder, wie immer, wie jede Woche, Camillo Patzl.
Camillo Patzl
00:28 - 00:29
Hallo, grüß euch.
Günter Schmatzberger
00:29 - 00:35
Mein Name ist Günther Schmatzberger, Wir sind zwei Gründungsberater und reden ja jede Woche über Fragen der Gründung. Wie macht man es
Camillo Patzl
00:35 - 00:36
am besten, wie kann man es
Günter Schmatzberger
00:36 - 00:55
am besten angehen aus unserer Erfahrung heraus. Aber diese Woche haben wir wieder etwas Besonderes. Wir haben jemanden zu uns eingeladen, einen Gast, der dir darüber sprechen wird, wie es wirklich ist, wenn man gegründet hat und wie es einem so geht in diesem ganzen Prozess des Selbstständigmachens und dann vor allem des Selbstständigseins.
Camillo Patzl
00:57 - 01:13
Ja und ich glaube, ich darf unseren leibenden Gast begrüßen. Hallo, lieber Uli. Möchtest du vielleicht dich kurz vorstellen, deinen Namen sagen, vielleicht seit wann du selbstständig bist und in welchem Bereich oder was ist deine Geschäftsidee gewesen?
Ulrike Steiger
01:13 - 01:51
Sehr gerne, hallo auch euch beiden. Mein Name ist Ulrike Steiger oder Ulli. Ich bin Unternehmensberaterin für HR-Management, Unternehmensorganisation, Organisationsentwicklung, das seit 2022 und bin über Umwege in diese Richtung gekommen. Hab ursprünglich, genauso wie du, einen maschinenbaulichen Background, hab aber immer die Personalarbeit gerne gemacht und schlussendlich auch ein Studium in der Richtung noch und war lange Jahre Führungskraft und Managementteammitglied mit Head of HR in IT und Kraftwerksektor.
Günter Schmatzberger
01:52 - 01:57
Das klingt ja nach einem leibhaften Job eigentlich. Warum dann der Schritt in die Selbstständigkeit?
Ulrike Steiger
01:58 - 02:22
Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung, muss ich ehrlich sagen. Ich war immer in Konzernen tätig und irgendwann ist der Wunsch mehr selbstbestimmt zu arbeiten. Meine Ziele, meine Projekte selbst vorantreiben zu können und weniger das zu machen, was der Konzern gerade möchte, was vielleicht für das österreichische Unternehmen schwieriger ist. Und so
Günter Schmatzberger
02:22 - 02:37
in der Rückblende, wie lang hat es denn gedauert ungefähr, ja, von dem ersten Gedanken, wo du gesagt hast, naja, ist es wirklich das, was ich immer machen möchte, bis zu dem Schritt, dass du jetzt wirklich sagst, jetzt setze ich es und jetzt melde ich den Gewerbeschein an und jetzt mache ich mich wirklich selbstständig.
Ulrike Steiger
02:37 - 02:52
Lange. Lange? Lange, einige Jahre. Es war für mich ja immer ein sehr großes Sicherheitsdenken dabei. Ich mag dieses 13. Und 14. Gehalt, bis ich mich wirklich getraut habe zu sagen, so jetzt, jetzt probiere ich es.
Günter Schmatzberger
02:53 - 03:04
Hat es einen Auslöser gegeben, dann irgendeinen Impuls, der sozusagen dann da den Ausschlag gegeben hat oder war das sozusagen ein organischer Prozess?
Ulrike Steiger
03:04 - 03:15
Es war durchaus ein organischer Prozess, der sich lange Zeit gezogen hat, aber schlussendlich ausschlaggebend war dann ein großer Auftrag, den ich bekommen habe und wo ich gesagt habe, so jetzt traue ich mich.
Camillo Patzl
03:15 - 03:33
Super, Für unsere Hörer und Hörerinnen, wie lang bist du schon selbstständig? Wann hast du gegründet? 2022 habe ich gegründet. Und was vielleicht auch spannend ist, bist du in einer vollen Selbstständigkeit oder bist du in so einer Hybridvariante, wo du vielleicht noch ein Dienstverhältnis oder sowas dabei hast?
Ulrike Steiger
03:33 - 03:38
Ich war zwei Jahre in einer Hybrid Variante, jetzt voll selbstständig.
Camillo Patzl
03:38 - 03:47
Super, ja. Wie war das für dich in Kurzform? Also hast du das irgendwie prozentuell aufgeteilt oder Wie hat sich das gestaltet?
Ulrike Steiger
03:47 - 03:52
Das ist sehr organisch gewachsen. Das war anfangs vielleicht mal ein, zwei Stunden in der Woche,
Günter Schmatzberger
03:52 - 03:52
die
Ulrike Steiger
03:52 - 04:19
ich in die Selbstständigkeit investiert habe. Irgendwann habe ich festgestellt, okay, wenn ich das voranbringen möchte, dann ist das einfach zu wenig. Und irgendwann hat sich dann auch aufgeteilt, dass es ca. 50-50 war. Dann war es einfach zu viel für die Woche, weil es waren nicht 20 Stunden angestellt und 20 Stunden selbstständig. Definitiv nicht. Und es waren sehr viele Wochenenden und sehr viel Nachtsarbeit und dann war die Zeit reif, eine Entscheidung zu treffen.
Günter Schmatzberger
04:21 - 04:25
Cool, schön, dass die Entscheidung so gefallen ist, in Richtung Selbstständigkeit, sonst hätten wir jetzt nichts zu reden.
Camillo Patzl
04:28 - 05:03
Ich habe mir sozusagen aus dem Vorgespräch, das wir hatten, ein paar Fragen mitgebracht und du hast so einen, nicht Schlagwort, du hast eigentlich einen Satz gesagt, den ich sozusagen als Einleitung gleich einmal hernehmen möchte und so hast du gesagt, dass viele Selbstständige das wahrscheinlich kennen, du bist zu Hause und kannst du nicht mal schnell XY machen. Was war das für dich, was ist das für ein Moment oder wie hast du da gemerkt, dass du hier klare Grenzen setzen musst.
Ulrike Steiger
05:04 - 05:10
Bei mir ist es eben so, dass mein Unternehmenssitz auch mein Wohnsitz ist. Ich habe es zwar räumlich abgetrennt.
Günter Schmatzberger
05:10 - 05:12
Du hast ein eigenes Büro. Das ist schon
Ulrike Steiger
05:12 - 05:15
Luxus. Ja, ich arbeite nicht am Küchentisch.
Camillo Patzl
05:15 - 05:15
Das ist
Ulrike Steiger
05:15 - 05:44
wirklich Luxus, das muss ich sagen. Aber nichtsdestotrotz steht halt mal der Nachbar da und sagt, heute kommt eine Lieferung, kannst du nicht entgegennehmen? Oder aus der Familie ruft jemand an und sagt, du bist ja zu Hause, kannst du nicht heute mal zwei Stunden auf meine Kinder schauen? Und dann muss ich dann sagen, nein, ich arbeite, auch wenn ich hier zu Hause bin, in meinem Wohnhaus, ich bin in meinem Bürozimmer und da arbeite ich. Es ist wichtig, mich da abzugrenzen und auch mal nein zu sagen.
Camillo Patzl
05:45 - 05:53
Wie schaffst du das im Arbeitsalltag, also hier auch konsequent, dieses Nein zu sagen? Was waren da so deine Strategien? Gib mir ein bisschen einen Einblick.
Ulrike Steiger
05:54 - 06:06
Ganz offen und ehrlich zu sagen Nein. Ich habe in zwei Stunden ein Meeting, ich muss mich vorbereiten, ich muss das und das noch abgeben, ich muss, ich weiß es nicht, ein Angebot schreiben
Günter Schmatzberger
06:07 - 06:07
und
Ulrike Steiger
06:07 - 06:10
klar und offen zu kommunizieren, warum ich jetzt nein sage.
Günter Schmatzberger
06:11 - 06:46
Also ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Also Ich mag das auch, zuhause zu sein, weil ich natürlich mit meiner Familie noch viel mitbekomme und ich frage mich, wenn die Kinder nach Hause kommen aus der Schule und so weiter. Aber es ist schon immer so, du bist ja daheim. Und Das stimmt ja auch und das ist einer der Vorteile der Solo-Selbstständigkeit, dass man nirgends hinfahren muss, wenn man das nicht will. Aber es macht es andererseits wieder, ich kann es nur zu 100% bestätigen, ganz schwierig, dann im Fall des Falles zu sagen, ja ich bin daheim, aber ich habe nicht frei.
Günter Schmatzberger
06:47 - 06:48
Und da ist ein großer Unterschied.
Camillo Patzl
06:50 - 06:55
Hast du da für dich irgendwie so eine Art Regelwerk geschaffen oder was funktioniert für dich?
Ulrike Steiger
06:56 - 07:40
Ich habe mich vor meiner 100%igen Selbstständigkeit sehr intensiv damit beschäftigt, wie wird mein Arbeitsalltag aussehen. Ich habe mir Arbeitszeiten aufgeschrieben, ich habe fixe Telefonzeiten, wann ist mein Handy aufgedreht. Ich habe das auch auf dem Google Unternehmensaccount z.B. Niedergeschrieben, damit es auch für jeden mann sichtbar ist und auch für mich sozusagen visualisiert. Ich habe das ja ins kleinste Detail geplant, ich habe sogar meine Essenszeiten und meine Pausenzeiten geplant. Ich muss auf eine ausgewogene Work-Life-Balance schauen, auch wenn ich selbstständig bin. Ich habe auch ganz dezidiert für mich festgelegt, ich arbeite nicht nach 19 Uhr, ich arbeite nicht am Wochenende.
Ulrike Steiger
07:41 - 07:50
Da zu sagen, jeder Auftrag, der fürs Wochenende käme, den lehne ich ab, war für mich eine wichtige Entscheidung.
Günter Schmatzberger
07:50 - 08:20
Das heißt, wenn ich jetzt an deinen Hintergrund denke in der HR, dann hast du eigentlich so was wie einen Arbeitsvertrag mit dir selber eigentlich gemacht, wo du genau gesagt hast, was erwarte ich von dir? Also die Chefin in dir hat sozusagen gesagt, okay, was erwarte ich von dir? Wann sollst du verfügbar sein? Und die Mitarbeiterin in dir, also wir sind immer beides in einer Person, das ist das Schwierige immer, hat dann gesagt, okay, zu welchen Konditionen bin ich bereit, mich auch einzubringen in dieses Solo-Business?
Ulrike Steiger
08:20 - 08:26
Richtig. Also, ich habe im Grunde eine Arbeitszeitrichtlinie für mich aufgestellt. Ja,
Günter Schmatzberger
08:26 - 08:30
ja. Hältst du dich dran?
Ulrike Steiger
08:30 - 08:38
Ja. Okay. Ich halte mich vielleicht mal fünf Minuten nicht dran oder zehn Minuten, wenn es 19.10 Uhr ist, ja, ist okay. Aber ich halte mich dran.
Günter Schmatzberger
08:38 - 08:47
Aber du hörst 19 Uhr auf zu arbeiten und kommst nie in die Versuchung am Wochenende dann auch zu sagen, na schau mal schnell mal auf Instagram oder so.
Ulrike Steiger
08:49 - 09:07
Nein, Instagram schon gar nicht. Wenn mir was einfällt, dann schreibe ich es mir kurz auf. Also ja, ich betrete mein Bürozimmer natürlich auch am Wochenende Und dann schreibe ich mir halt ein Post-it, aber nein, ich arbeite nicht am Wochenende, da halte ich mich streng daran.
Camillo Patzl
09:12 - 09:23
Ich glaube, dass man da sehr viel Disziplin dafür braucht. Wie schaffst du es, diese Disziplin aufrecht zu erhalten, gerade wenn es diese Trennung beruflich und privat geht?
Ulrike Steiger
09:25 - 09:47
Da bin ich sicher dafür veranlagt. Ich bin ein Mensch, der sehr viel Selbstdisziplin mitbringt, das auch schon zum Beispiel im berufsbegleiteten Studium unter Beweis gestellt hat. Aber ich ernte ja sozusagen auch die Früchte dafür, dass ich selbstständig bin. Ich habe eine gute Work-Life-Balance und meine Disziplin bringt auch viel Motivation jetzt.
Günter Schmatzberger
09:48 - 10:05
Ich möchte die Frage umgekehrt stellen. Was würde denn passieren, wenn du dich nicht dran halten würdest? Weil ich vermute, du hast ja sozusagen den Schmerz zuerst gespürt, was passiert, wenn du nicht so rigoros mit deiner Zeitplanung umgehst. Wie war eine Situation, wie du noch nicht so diszipliniert warst?
Ulrike Steiger
10:05 - 10:20
Ich habe es gesundheitlich gemerkt. Also wenn ich zu viel arbeite, schlägt es sich bei mir einfach wirklich auf die Gesundheit und damit einhergehend auch auf die Motivation. Also ich habe es auf die harte Tour gelernt.
Camillo Patzl
10:21 - 10:26
Ja, aber es ist großartig, dass du da quasi für dich eine Struktur gefunden hast, die auch für dich funktioniert.
Günter Schmatzberger
10:27 - 10:50
Ja und ich finde auch super, dass du das auch sagst. Ja. Und du sagst, okay, das klingt vielleicht ein bisschen pedantisch, aber was ist die Alternative? Also, ich kann es mir nicht leisten, im wahrsten Sinne des Wortes, ich kann es mir nicht leisten, am Wochenende zu arbeiten. Also, jeder Umsatz, den ich am Wochenende machen würde, würde auf Kosten von anderen Dingen gehen und das geht dann halt einfach nicht.
Camillo Patzl
10:54 - 11:01
Vielleicht auch eine spannende Frage, was tust du, also was tust du, wenn du merkst, dass deine Grenzen nicht respektiert werden?
Ulrike Steiger
11:03 - 11:37
Wenn sie von extern nicht respektiert werden, dann liegt es an mir, dass ich nicht stark genug Nein gesagt habe. Ich halte mich ja an das Stichwort oder an das Sprichwort, Man bekommt immer den Kunden, den man braucht. Einerseits funktioniert das gut mit den Kunden, die sich natürlich auch an meine Regeln sozusagen halten. Andererseits, die, die es nicht machen, von denen lerne ich. Also ich nehme dann auch was mit, lerne, was ich nicht möchte. Was war die ursprüngliche Frage?
Günter Schmatzberger
11:38 - 12:01
Also ich bleibe mal vielleicht kurz bei den Kunden. Also ich glaube, dass ja die größte Sorge von vielen Selbstständigen ist, naja, Aber was ist, wenn der Kunde mich dann nicht erreicht? Was ist, wenn ich nicht verfügbar bin? Dann sucht er sich jemand anderen usw. Also sehr viel Sorge, dass dem Kunden das stören könnte. Hast du das auch so? Also kannst du die Sorge teilen oder hast du da andere Erfahrungen gemacht?
Ulrike Steiger
12:02 - 12:25
Ich habe trotzdem keine schlechten Erfahrungen in der Richtung gemacht, aber ich bin im HR Management Beratung, da werden keine Leben gerettet. Der Kunde kann bis Montag warten und wenn ich am Freitagnachmittag eine Anfrage bekomme, dann antworte ich, ich melde mich am Montag. Das ist vollkommen machbar und in Ordnung. Ich habe Reaktionszeit, die ja nicht jetzt zwei Sekunden oder zwei Stunden
Günter Schmatzberger
12:26 - 12:56
sein muss. Super. Also ich glaube auch, ich glaube, da spielt sich viel in unserem eigenen Kopf ab. Wir bilden uns da Sorgen ein, die unsere Kunden in Wirklichkeit gar nicht haben. Und die wollen vielleicht auch am Freitagnachmittag gar keine Antwort mehr, weil dann müssen sie sich damit auch noch beschäftigen. Also folgt man richtig. Ich glaube, das dürfen wir uns erlauben. Und so wie du sagst, ich glaube, auch in unserem Business geht es nicht darum, Leben zu retten. Wir müssen nicht sofort verfügbar sein. Wenn wir trotzdem verlässlich reagieren,
Camillo Patzl
12:56 - 13:36
muss es nicht sofort sein. Du hast es schon ein bisschen beantwortet. Ich wollte fragen, wie haben sich diese Grenzen setzen, also wie hat sich dein beruflicher Erfolg, wie wurde das beeinflusst? Du hast das schon ein bisschen in diese Richtung angedeutet. Auf der einen Seite habe ich herausgehört, es wird eine persönliche Zufriedenheit, dir geht es gut damit, aber jetzt wenn du auf den beruflichen Erfolg schaust, hast du da irgendwas gemerkt, dass sich die Kunden plötzlich dann auch anders Verhalten oder irgendwie etwas leichter von der Hand geht oder schwieriger wird oder spürst du da irgendwas?
Ulrike Steiger
13:36 - 13:52
Nein, muss ich ehrlich sagen, kundenseitig wird das nicht als Einschränkung wahrgenommen. Da ist man gewohnt, dass es Geschäftszeiten gibt und da hätte ich nicht gemerkt, dass jemand sagt, warum sind sie am Samstag nicht verfügbar.
Camillo Patzl
13:52 - 13:58
Oder auch umgekehrt, dass jemand sagt, toll, dass sie das so machen, wie sie es machen.
Ulrike Steiger
13:58 - 13:59
Auch das nicht.
Camillo Patzl
13:59 - 14:05
Ich meine, es wäre eher ein Zufall gewesen. Ja, cool.
Günter Schmatzberger
14:06 - 14:17
Kannst du uns vielleicht noch ein paar Beispiele geben, was sind so, vielleicht als Inspiration für unsere Hörer, was sind so Dinge, die für dich gut funktionieren, wo du sagst, okay, die Dinge mache ich besonders bewusst oder mache ich bewusst nicht?
Ulrike Steiger
14:18 - 14:24
Für mich war Essenszeiten einzuhalten ein wesentliches Thema hin zu einer gesunden Gesundheit. Also Pausen.
Günter Schmatzberger
14:25 - 14:27
Aber auch nicht nur Pause machen, sondern Essen. Ja, das ist
Camillo Patzl
14:27 - 14:28
ein guter Punkt.
Ulrike Steiger
14:31 - 14:47
Meine Ernährung ist deutlich besser und gesünder geworden, das muss ich ehrlich sagen. Und nicht immer dieses Zwischendurchstellt, einmal ein Häppchen, irgendwas Ungesundes. Und wenn ich dazukomme, was nicht immer der Fall ist, mache ich auch ein kurzes Mittagsschläfchen. Ich schlafe
Günter Schmatzberger
14:47 - 14:52
so richtig. Oh ja, ich bin ein riesen Power-Man der Mittagsschläfchen. Absolut, super.
Ulrike Steiger
14:53 - 15:08
Also wirklich 15 Minuten Pause und Hirn ausschalten, durchlüften, das ist wirklich toll. Und was ich auf jeden Fall immer mache, jeden Tag, ist rausgehen. Wenn es nur 15 Minuten, 20 Minuten ist, aber ein paar Schritte tun.
Günter Schmatzberger
15:09 - 15:11
Das heißt spazieren gehen, ein bisschen Bewegung machen?
Ulrike Steiger
15:11 - 15:15
Eine Sporteinheit, Oblaufen, Spazieren, was auch immer.
Günter Schmatzberger
15:17 - 15:33
Super. Das heißt, das ist aber in deinem Tagesrhythmus eigentlich schon inkludiert. Ich interpretiere es jetzt so, da steht auf deinem Tagesplan, keine Ahnung, 13 Uhr Mittagessen, 13.30 bis 13.45 Mittagsschlaf und dann, keine Ahnung, 15 Uhr nochmal eine halbe Stunde Bewegung. So ungefähr.
Ulrike Steiger
15:34 - 15:39
Genau, es ist zwar 7 Uhr 30 bis 8 Uhr Bewegung, aber ja. Genau, so schaut es
Günter Schmatzberger
15:39 - 16:12
aus. Also ich habe höchsten Respekt für diese Art der, Ich will das Selbstdisziplin nennen, weil das klingt so negativ, sondern der Ort, dass man einfach konsequent bei dem bleibt, was man tut und dafür wirklich sozusagen auch die Verbindlichkeit schafft. Jetzt, wenn einige unserer Hörer sagen, naja, aber das kriege ich ja nie hin, anders, ach so bin ich aber nicht und bin mehr so spontan, soll es ja auch geben, solche Leute. Hast du vielleicht trotzdem einen Tipp oder einen Hinweis, was wäre denn das Leichtes, was du sagen würdest, das kann jeder?
Ulrike Steiger
16:13 - 16:36
Ja, ich glaube, jeder kann sagen, was er nicht will. Und das mal niedergeschrieben zu haben und zu wissen, wo man sich selbst fernhält oder auch jemand anderen Grenzen setzt, ist wichtig. Und zwar Niederschreiben, Visualisieren, ob handschriftlich oder digital, ist ja egal, aber sich damit beschäftigen, was möchte ich eigentlich überhaupt nicht haben, ist, glaube ich, auch ganz wichtig.
Camillo Patzl
16:37 - 17:17
Spannend, weil du da sagst, kommt mir gerade so ein Gedanke, ich habe mal mit einer Gründerin an der Idealen Woche gearbeitet und es ist schlussendlich dann so eine Art Betriebshandbuch für sie persönlich herausgekommen und das hat mich sehr jetzt daran erinnert, wie du das alles so erzählt hast. Und sie ist dann auch sehr stark in die Richtung gegangen, wo sie für sich diese Zeiten dann auch geblockt hat. Ist das bei dir auch so, dass du sagst, das ist jetzt zwar der Arbeitstag, den ich mir geplant habe, aber am Vormittag, weiß ich nicht, gehe ich jetzt Marketingmaßnahmen nach oder am Nachmittag habe ich, bist du im beratenden Kontext, dann meine Beratungen oder blockst du dir da die Zeit?
Camillo Patzl
17:17 - 17:20
Nutzt du das für dich oder hast du einen anderen Weg gefunden?
Ulrike Steiger
17:20 - 17:31
Ich mache das sehr ähnlich. Ich setze mich am Montag in der Früh immer hin und plane mehr oder weniger meine Woche. Das ist ja dann nicht den Stein gemeißelt werden. Das ist immer abhängig.
Günter Schmatzberger
17:31 - 17:32
Da seht ihr auch noch das Leben und
Camillo Patzl
17:32 - 17:33
die Kunden
Günter Schmatzberger
17:33 - 17:34
sind ja auch noch da.
Ulrike Steiger
17:34 - 17:47
Aber ich blogge mir immer so, zwei Stunden brauche ich für Buchhaltungsthemen und vier Stunden für Aquisikons oder sonstiges. Ja, das plane ich mir am Montag für die Woche ein.
Camillo Patzl
17:48 - 17:56
Wie gut funktioniert das für dich? Also kannst du dich recht gut schon zeitlich einschätzen oder hast du da Bufferzeit mit? Gibt es da irgendwelche Tipps, die du noch mitgeben könntest?
Ulrike Steiger
17:57 - 18:22
Ich glaube, da ist der wichtigste Tipp, sich das mal eine Zeit lang anzusehen und da nochmals zu adaptieren. Ich mache das auch mit meinem persönlichen Regelwerk so, dass ich einmal im Jahr drauf schaue, passt das jetzt noch, hat sich meine Lebenssituation geändert, hat sich meine Auslastungssituation geändert. Mal zu schauen, Und das ist ja nicht den Stein gegen den Meißel, das ist ja was, woran man selbst arbeiten kann. Und ich glaube, das ist auch bei den Arbeitsblockern genauso.
Günter Schmatzberger
18:24 - 19:02
Das heißt, du hast einerseits die Flexibilität im Wochenablauf zu sagen, okay, den Block muss ich dann doch verschieben, weil es ist was dazwischen gekommen, das ist das eine. Aber ich glaube den Punkt auch noch mal herauszuheben, zu sagen, okay, auch die Regeln, die ich mit mir selber vereinbare, also den Arbeitsvertrag, da auch in einem Art Mitarbeitergespräch einmal im Jahr noch mal drüber zu schauen Und zu sagen, passt das noch? Weil das was von einem, gerade in der Gründungs- und Selbstständigkeitsphase, gerade am Anfang, verändert sich so viel. Man lernt so viel dazu auch. Und ich glaube auch, also ich möchte es nur nochmal unterstreichen, auch an unsere Hörerinnen und Hörer, fangt es an, euch die Regeln aufzuschreiben, weil das wirklich ein bewusster Schritt ist.
Günter Schmatzberger
19:02 - 19:10
Und wenn es euch hilft, mir hat das geholfen, tatsächlich auch mit Unterschrift und das verbindlich zu machen. Hast du das auch gemacht? Hast du deine Regeln unterschrieben?
Ulrike Steiger
19:10 - 19:17
Ich habe sie unterschrieben. Ich habe es mir auf ein schönes Aufkleberblatt geschrieben und neben den Schreibtisch an die Wand geschliffen.
Günter Schmatzberger
19:17 - 19:20
Wow, super. Ja, absolut. Es ist ja...
Camillo Patzl
19:20 - 19:22
Nein, es ist perfekt visualisiert.
Günter Schmatzberger
19:22 - 19:24
Es ist ja extrem wichtig.
Camillo Patzl
19:24 - 19:32
Man rennt dann tagtäglich an diesem Papier vorbei, man kann es visualisieren oder sozusagen unterbewusst auch wahrnehmen. Tolle Sache.
Günter Schmatzberger
19:32 - 19:49
Und trotzdem einmal im Jahr den Rahmen wieder öffnen und rausnehmen das Papier und schauen, ob es noch passt. Oder zweimal im Jahr, ist ja egal, was ein vernünftiger Rhythmus ist. Und dann auch zu sagen, ok, manche Regeln brauche ich doch nicht mehr, aber manche Regeln sind dafür dazugekommen.
Ulrike Steiger
19:49 - 19:56
Absolut und das kann ja auch dreimal im Jahr sein, je nachdem wie sich die Lebensumstände oft verändern. Vielerseits ist es planbar.
Camillo Patzl
19:58 - 20:19
Liebe Uli, Ich möchte an der Stelle auch Danke sagen für's Heute Gekommen, dass du dir die Zeit genommen hast. Wenn dich jemand finden möchte, wo kann man dich finden? Gibt es irgendwelche Webseiten oder Social Media? Oder bist du irgendwo unterwegs, wo man dich und dein Business sozusagen antreffen kann?
Ulrike Steiger
20:20 - 20:36
Ich bin natürlich auf LinkedIn unterwegs und meine Homepage ist orientierungscoaching.at. Mein Business hat ursprünglich mit Coaching begonnen, Das ist heute nur mehr ein Teilbereich, aber die Website gibt es nach wie vor unter dem Namen.
Camillo Patzl
20:37 - 20:46
Schön. Was ist dein Hauptpart und Teilbereich, wenn du das so formuliert hast? Gibt es da sozusagen etwas Spannendes, was jetzt da Hörerinnen noch mitnehmen können?
Ulrike Steiger
20:47 - 21:07
Mein Hauptpart ist die HR-Beratung, also Consulting und die Organisationsentwicklung und daneben, daneben, das ist ein wichtiger Teil, ist das Business-Coaching, Mediation, genau, auch Wirtschaftsmediation, Moderation von Workshops, Klausuren und Mentoring.
Günter Schmatzberger
21:09 - 21:32
Vielleicht noch eine abschließende Frage. Wenn du, also unsere Hörerinnen und Hörer, überlegen sich vielleicht auch selbstständig zu machen und sind vielleicht gerade in dem Prozess, wo du auch warst, soll ich oder soll ich nicht und wie ist das so und was passiert dann? Wenn du jetzt einen Tipp geben könntest für diese Phase des Überlegens oder für die erste Phase des Selbstständigsein oder Selbstständigmachen, was würdest du sagen, was ist dieser eine Tipp, den du gerne mitgeben möchtest?
Ulrike Steiger
21:33 - 21:44
Red drüber. Je mehr Menschen du davon erzählst, umso sicherer wirst du dir selbst, umso mehr Feedback bekommst du auch. Teil die Ideen. Hör zu, was die anderen sagen.
Camillo Patzl
21:44 - 22:04
Cool. Ja. Vielen Dank für deine Ausführungen und wie gesagt auch fürs Kommen. Liebe Hörerinnen und lieber Hörer, wir freuen uns auch wieder, wenn du nächste Woche wieder dabei bist. Da gibt es wieder eine weitere Folge mit dem lieben Günther und
Günter Schmatzberger
22:04 - 22:15
dem Camillo. Eine weitere Folge von Leib und Gründen. Danke, liebe Uli, für's dabei sein und für heute sagen wir, das war's. Und bleibt es leidend! Untertitel von Stephanie Geiges
